voller worte

Monat: Februar 2017 (Seite 1 von 10)

Selbstverständlich 

Ich sehe Doppelbilder – weil ich müde bin, weil mir alles vor Schwindel verschwimmt…

Drei Punkte als Abschluss des Satzes. Punkt, aus, Ende.

Ich will nicht Punkt, aus, Ende. Ich will gefallen – allen und gefalle nicht einmal mir. Ein Teufelsspiel. Mein kognitiver Verstand weiß, dass je mehr ich mich bemühe und mich abrackere, je verschrobener meine Gedanken sind, weil ich ja denken möchte, was mein Gegenüber denkt – Junioren, Gäste, Freunde, Familie, Geschäftspartner etc. pp. – umso komplizierter wird es und der Bauch oder die Seele kann nicht mithalten. Weil sie es nicht kann (meine Seele) nicht der Verstand, verzweifelt dieser und müht sich noch mehr; macht viel zu viel und manches falsch.

Zu anderen sage ich immer: „Sei gnädig!“ Ich bin es nicht! Erst recht nicht zu mir selbst.
Wissen und handeln – es sollte so einfach sein, das auch zusammenzubringen und ist doch so verdammt schwer, weil es sie nicht gibt: die eierlegende Wollmilchsau und weil unzufrieden sein, ein Charakterzug seit jeher von mir ist. Ich möchte es recht machen und was kommt raus?
Kuddelmuddel mit Schokolade, angedetschten Finger, wackligen Beinen und viel zu wenig trinken…
…wieder drei Punkte.


Und bald schreibe ich was über Neid!

Bevor der Tag endet

Mir geht es gut und doch kann ich gerade vor lauten Eindrücken nicht wirklich etwas sinnvolles schreiben.
In diesen Tagen geschieht so viel – Kunst stürmt auf mich ein. Ideen springen mich an. Nicht nur der Tagesablauf unseres Besuchs wird durcheinandergewirbelt, auch mein Schlaf- Wachrhythmus  gerät aus den Fugen.

Irgendwie ist es sehr schön und irgendwie schrecklich. Meine Gefühle fahren Achterbahn oder der Jahreszeit angemessener auf einer Bobbahn Skeleton. Ohne Helm und Unterwäsche…

… auch mir ist überreich!

Das Leben

Ein großer Titel zu früher Zeit.

Das Leben ist immer ein Geben und Nehmen und ein Miteinander. Momentan kommt es mir so vor, dass ich nur nehme und leider nichts geben kann.

Genau erklären kann ich das mal wieder nicht…

Es ist so, dass ich eine Persönlichkeit bin, die absolut emotional reagiert, die von mehr als 3 Dingen, die gemacht werden müssen, hoffnungslos überfordert ist und die dann einfach Dinge, Erledigungen, ja auch Menschen, gute Gedanken, Ideen und Aktivitäten hinten runterfallen lässt, weil sie mich zu sehr belasten und stressen. So wirke ich arrogant – bin es wohl auch, weil mir einerseits von der Herkunftsfamilie eingebläut wurde, dass ich etwas besonderes bin und andererseits das alles nicht kann. Ich gebärde mich überheblich. All das zielt nur darauf hinaus, gesehen zu werden…

Warum

Warum schreibe ich ausgerechnet in der jetzigen Situation nichts, warum ziehe ich mich virtuell zurück?

Gar nicht so einfach zu beantworten – oder vielleicht doch! Ich möchte niemanden verletzen und durch meine sehr direkte Art tue ich das immer und immer wieder. Meine Diplomatie ist die einer Dampfwalze. Entweder verbiege ich mich oder den anderen. Dabei will ich weder das eine, noch das andere.

Mir zu helfen, ist harte Arbeit! Nicht nur in der Pflege der Junioren – weil ich eh der Meister darin bin und niemand es so machen wird und kann, wie ich es tue – weil erstens die Erfahrung fehlt und zweitens derjenige eine ganz andere eigenständige Persönlichkeit ist. Dazu kommt, dass ich gar nicht benennen kann, welche Hilfe ich erwarte, weil manches für mich so selbstverständlich ist, dass es keine Worte dafür gibt.
Dann kann es sogar vorkommen, dass Situationen entstehen, die potentielle Helfer überfordern, weil Carsten und Wiebke gleichzeitig ausrasten, aber sehr unterschiedlich agieren.

Mich überfordert das auch – nur kann ich damit umgehen, weil ich es tagtäglich erlebe.

Mit Helfer, der neu ist, nicht falsch machen möchte, unsicher ist und es wirklich von Herzen gut meint, stehe ich da und möchte diesen schonen – und just ist es (das ist jetzt kein Vorwurf nur festgestellte Tatsache) eine zusätzliche Belastung für mich, weil ich ein schlechtes Gewissen dem Helfer gegenüber habe, weil ich die Situation nicht im Griff habe! Eigentlich gar nicht haben kann, weil Menschen immer menschlich und niemals berechenbar reagieren. Besonders die Junioren!

Im Ernstfall – und der ist eigentlich immer – müsste ich mich teilen, um jeden (Carsten + Wiebke) gerecht zu werden. Deren Reaktionen sind in jedem Fall für mich nachvollziehbar. Beispiel, damit es besser verständlich ist:

      Wir waren heute Mittag essen. Fisch essen, auf Wunsch von Carsten. Alleine das stresst schon. Weil essen sowieso ein heikles Thema ist. Wir haben es relativ gut gemeistert und unser toller Helfer war souverän.

Anschließend – so mein Plan und auch besprochen – wollten wir in die nächste Stadt, um dort ein Museum zu besuchen. Carsten hatte aber den falschen Rollstuhl dabei und er und auch Wiebke keinen Bock mehr auf Kunstausstellung.

Ihre einzige Möglichkeit, so fanden sie, war, anfangen Randale zu machen! Für fremde Menschen, die die Junioren nicht kennen, eine Wahnsinnsherausforderung, ja eigentlich eine Überforderung. Wie reagieren? Ich habe den Schwanz eingezogen und bin heim gefahren – ungern und mit verdammt schlechtem Gewissen – jedem gegenüber. Die Junioren waren nicht glücklich, ich vermute, der Helfer nicht und ich auch nicht. Weil ich mir etwas harmonischen vorgestellt habe – keine Konfrontation und schon gar nicht diesen Eklat! Ich konnte die Ausstellung nicht sehen, ich konnte die Ausstellung meinem Gast nicht zeigen, ich konnte sie den Junioren nicht nahe bringen und – so mein Gefühl, ich war nicht in der Lage einen schönen Nachmittag zu gestalten.

Blöd! Gell? So etwas firmiert unter Rücksichtnahme und ist grundfalsch. Rücksicht ist nichts vorausschauendes. Es lähmt und lässt uns nicht wachsen. Stagniert und macht eher müde, denn ein Frühlingserwachen. Rücksicht nehmen, macht mürbe…. Reden ist bedeutende besser. Aber reden erfordert Mut und man könnte, unbequeme Wahrheiten erfahren!

In diesem Sinn bin ich feige, schweige – leide und lasse leiden. Es tut mir leid!

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