wenn ich denn könnte, wie ich wollte

dann würde ich

  •  in Urlaub fahren
  • den Menschen, die es doch so gut mit mir meinen sagen, dass sie es auch gut tun sollen
  • einmal richtig ausschlafen und keine Verantwortung haben

Eigentlich ist das wirklich schon alles! Ich möchte zudem mein schlechtes Gewissen abstellen und einmal wieder, ohne ständig einzuschlafen, etwas G’scheites lesen und das gelesene auch behalten können. „Du brauchst doch bloß …“ Du musst doch nur …“ Du kannst, wenn du wirklich willst …“ „Mach einfach …“ 

Nein, einfach geht nicht. Hier ist nichts einfach – ganz ehrlich nicht. Die Junioren sind es nicht und ich auch nicht. Und das, was mir am meisten zu schaffen macht ist, dass bei mir der Schrott abgeladen wird! Wer hört mir zu?

Nachtrag:

Dabei ist es gar nicht mal das, dass mir niemand zuhört! Es ist so schlimm, dass ich alles alleine entscheiden muss – alles. Und rechtfertigen! Auch die Handlungsweisen der Junioren!

[collapse]

Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

9 Gedanken zu „wenn ich denn könnte, wie ich wollte“

  1. Oh je, das hört sich nach kompletter Überlastung an. Wahrscheinlich würde es Dir schon nach einmal Ausschlafen besser gehen. So ging es mir zuletzt in den zu kurzen oder unterbrochenen Nächten im Jahr mit meinem totkranken Mann und vor vielen Jahren mit unserem Kleinkind. Da half nur nachmittags eine Stunde schlafen oder sehr früh abends ins Bett gehen.

  2. auch wenn man sich gut in andere hineinversetzen kann, wenn man nicht in seinen „mokassins“ gelaufen ist, hat man sicher nicht die geringste ahnung, wie das leben des anderen aussieht.

  3. Falls Du mich damit meinst, hatte ich nie die Aufgabe viele Jahre allein für zwei behinderte Kinder zu sorgen, stimmt. Aber ich habe eine Ahnung davon, wenn man Tag und Nacht allein verantwortlich ist für eine Aufgabe, die eigentlich allein gar nicht zu bewältigen ist. Man lebt ständig am Rand des körperlichen und seelischen Zusammenbruchs.

  4. nein um gottes willen paula, ich habe nicht dich gemeint, sondern im allgemeinen gesprochen, ich meinte auch mich selber. man liest von petra viel interessantes, schönes, trauriges, ärgerliches (ämter, krankenhäuser, kurheime) aber wir haben alle zusammen doch nicht viel ahnung, wie der von petra beschriebene alltag dann wirklich ist und wieviel kraft und ausdauer er sicher oftmals kostet. ich verstehe gut, dass ihr unsere ratschläge auch nicht weiterhelfen. man müßte mal einige zeit an ihrem platz stehen um zu verstehen.
    liebe grüße!

schreib mir was