Was will ich

Vorweg: ich schreibe meine Beiträge immer direkt und redigiere sie selten!

Es ist Samstagmorgen – seit ich in Baden-Württemberg wohne, sage ich statt Sonnabend Samstag – also, es ist morgens. Ich lese die Blogs aus meinem Reader und ertappe mich dabei, dass ich bei einigen ärgerlich, ob des Inhalts, den Kopf über mich schüttle. Warum lese ich das? Warum schaue ich mir das an? Warum habe ich diesen Blog nicht schon längst gekündigt? Weswegen bleibe ich dabei? Ich tu mir doch nichts Gutes. Viele Texte sind nicht nachhaltig und geben es doch vor. Manche Texte haben Rechtschreibfehler, die mich stören – die mich daran hindern, den Text intensiv zu lesen, zwischen den Zeilen zu lesen.

Ich bin überkritisch. Das leider nicht nur mit mir. Damit könnten auch andere leben. Das wäre mein ganz persönliches Problem. Dass mir anderer Menschen Blogbeiträge aufstoßen, ist natürlich auch mein ureigenster Missklang und hat mit dem Einzelnen, die den Beitrag verfasst haben, nur am Rande etwas zu tun. Ich könnte ja einfach weiter gehen und Schluss wäre. Doch ich fühle mich verpflichtet. Auch, wenn derjenige von dieser Bindung nichts weiß, noch nicht einmal etwas ahnt. Manchmal, und jetzt wird es paradox, bin ich dann auch so weit, dass ich das Sternchen klicke. Total doof! Aber ich ‚like‘ um dabei zu sein, um gesehen zu werden, mitzumachen. So wie man in einer Clique ist, weil es alle sind.

Ich will das nicht! Doch wie komme ich da raus, ohne jemanden weh zu tun? Sieht nicht der andere Blogger, dass ich seinen Blog kündige und zieht er nicht (falsche) Schlussfolgerungen?

In Klagenfurt wird gerade gelesen. Nicht allen Texten kann ich kognitiv folgen. Auch sind mir 4 oder 5 25minütige Vorträge am Tag zu viel. Aber ich bin dankbar über die anschließende Diskussion der Juroren, betätigen oder revidieren sie doch mein (Vor)urteil. Ich lerne. Ich lerne auch, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und nicht in Bildern, sondern in Worten zu denken. – Genau, das ist es! ACHTUNG, eine Pauschalierung: Blogger denken viel zu plakativ! Nicht alle. Natürlich nicht alle. Aber manch einer. Kritische Texte, kritische Blogger, es gibt sie – aber in deren Blogs finde ich kaum Kommentare. Dafür werden Blümchen und Wolken bejubelt.

So, ich hole die Junioren aus den Betten. Bade sie, ziehe sie an und alles was dazu gehört – ich mache mein Ding und ihr macht eures. Allen wünsche ich einen guten Tag!

Veröffentlicht von

petra ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

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