SchlagwortUnruhe

aus der Welt gefallen

Heute Morgen, 4:01 Uhr – ich bin wach. Aufgewacht mit den morgendlichen Bauchschmerzen – das muss dringend abgeklärt werden. Es allein auf die Psyche zu schieben, wäre zu einfach! Der Kaffee schmeckt nicht. Nur aus Gewohnheit habe ich mir welchen gemacht – er schmeckt eklig. Und das, obwohl es eigentlich mein Lieblingskaffee aus der hiesigen Rösterei ist. 

Kurz vor  sechs ist Carsten wach. Fein, denn dann kann der Kerle schon ins Wasser – baden. Ich kann das Bett abziehen und Wiebke darf noch viele Minuten Zeit gewinnen, um nicht zu muffelig aufzustehen. Carsten dagegen ist ein Radio. Anstellen und schon geht’s los. – Die üblichen Morgenmeldungen!

Unser kleiner Kosmos funktioniert. 

Wiebke sitzt auf dem Klo, will nicht baden. Muss aber, weil sie gestern nach dem schwimmen nicht geduscht hat. Die Haare sind völlig salzverkrustet. Jetzt rede ich. Don Quijote kämpfte gegen Windmühlenflügel, ich kämpfe gegen 2 diskutierende Junioren am Morgen. – Jeden Morgen!

Dass mit dem Vesper ist auch nichts Neues mehr und dass beide morgens nur mit Mühe Kakao, oder so was trinken, ist auch Normalität. Aber alles was normal ist, muss nicht unbedingt auch gut sein. Mich kostet das jedenfalls jeden Morgen Nerven. Ich mache es gerne und selten werde ich mal laut. Aber ich mache auch drei xxx wenn sie im Bus sitzen. Sie fahren zu ihren Freunden!

Ich freue mich über jeden Kommentar und inzwischen auch über * – sind sie doch auch ein Zeichen, dass der Text gelesen wurde. Danke!

 

sieben Uhr dreiundvierzig

Heute mache ich drei Kreuze. Meine anstrengende Wiebke ist weg – in die Werkstatt gefahren worden. Schon beim Aufstehen knöttert sie vor sich hin und erklärt mir lang und breit, dass dieses oder jenes ja total doof ist und dass sie kein Brot als Vesper haben will und Müsli auch nicht, dass das Haarewaschen blöd ist und das Shampoo in den Augen brennt! Ununterbrochen meutert sie. Heute ist wieder ein Meckertag. „Die Hose mag ich nicht!“ „Welche Hose möchtest du stattdessen anziehen?“ „Weiß ich nicht!“ Weiß ich nicht, ist etwas, das Wiebke immer dann sagt, wenn sie nicht mehr weiterweiß oder nichts mehr zu dem Thema sagen will. „Ich pinkle in die Hose, die will ich nämlich nicht!“ „Okay!“

Es geht grad so weiter: Will keinen Kakao. Will keine Milch. Will keine Limo. Will keine Cola. Ich habe nix zu trinken!

Carsten erklärt mir – wie jeden Morgen – dass heute niemand kommt. „Auch in der Werkstatt kommt niemand. Wir sind unterbesetzt. J. hat sich krankgemeldet. S. ist krank. N. hat Fortbildung. „Wenn du Fortbildung hast, dann kannst du auch nicht arbeiten gehen!“ Recht hat er, aber ich kann es mir gar nicht erlauben krank zu sein.

„Die Jacke will ich nicht anziehen!“ „Ich auch nicht!“

Endlich sind sie weg! Jeden Morgen dasselbe Spiel!

Ubuntu ungamntu ngabanye abantu – Menschen sind Menschen durch andere Menschen. Es ist eine afrikanische Sprache – nur aus welchem Land kann ich nicht sagen, weiß ich nicht. Ich mag diesen Spruch so sehr. Was kann ein einzelner Mensch machen? Doch wirklich nicht viel!

…übrigens: ich freue mich über jeden Kommentar!

meine Audi-Dateien

Momentan sind die mp3-files nicht erreichbar. Ich hoffe aber sehr, dass sie wieder in den Weiten des www auftauchen!

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unruhig

Heute Morgen war die Unruhe greifbar. Nach einer Woche Ferien fällt es den Junioren schwer in die Werkstatt zu fahren. Sie dürfen eine Viertelstunde länger im Bett bleiben, weil niemand baden muss – wie er morgen aussieht, wer morgen badet, das wird sich zeigen. Gestern hatte der Helfer abgesagt, der mit uns nach Leipzig zum Humangenetischen Institut waren wollte. Er hatte mit der, mit mir zerstrittenen, Helferin gesprochen. Meine Sicht der Dinge kannte er nicht. Gleich werden wir miteinander reden. Aber schon gestern gab er mir, nach einem Telefongespräch, die Zusagen, dass er doch mitfährt.
Ich möchte endlich diese unschön endende Episode abschließen – ich kann nicht mehr! Es geht auf Kosten der Junioren.

Carstens schöne Winterjacke ist in der Freizeit verlorengegangen. Er hat seinen Schlafelch verschenkt und vermisst ihn jetzt sehr. Wiebkes orthopädische Schuhe drücken, ihr Hautausschlag ist noch immer da und ich habe überhaupt keine Ahnung woher er kommen könnte. Carsten hat in der Freizeit abgenommen.

Der normale Alltag ist wieder eingekehrt und täglich grüßt das Murmeltier.

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    Joni Mitchell – Both Sides Now deutsche Übersetzung

    Fließendes Engelhaar
    Eis-Schlösser hoch in der Luft
    und gefiederte Schluchten –
    so habe ich die Wolken gesehen
    Aber jetzt verdecken sie die Sonne
    sie lassen es regnen und schneien
    was hätte ich alles erreichen können
    aber Wolken waren mir im Weg

    Ich habe die Wolken von beiden Seiten gesehen
    von oben und unten und immer noch
    erinnere ich mich gerne
    an die wolkigen Luftillusionen
    aber wirklich verstehen kann ich sie nicht

    Junimonde und Riesenräder
    das schwindelerregende Glücksgefühl
    wenn alle Märchen wahr werden –
    so habe ich die Liebe gesehen
    aber jetzt geht es um etwas anderes
    du lachst, wenn du gehst
    und wenn es dir etwas ausmacht,
    dann zeigst du es nicht
    Gib nicht zu viel von dir preis.

    Ich habe die Liebe von beiden Seiten gesehen
    Geben und Nehmen und immer noch
    erinnere ich mich gerne an
    die Illusionen der Liebe
    aber wirklich verstehen kann ich sie nicht

    Tränen, Angst und Stolz
    laut „Ich liebe dich“ zu sagen
    Träume, Schäume und große Pläne,
    so habe ich das Leben gesehen
    Aber jetzt benehmen sich meine Freunde merkwürdig
    Sie sagen, ich hätte mich verändert
    immer ist etwas verloren und etwas gewonnen
    an jedem Tag des Lebens.

    Ich habe das Leben von beiden Seiten gesehen
    gewinnen und verlieren und irgendwie
    erinnere ich mich ich vor allem
    an die Illusionen des Lebens
    was Leben wirklich heißt, weiß ich nicht.

mein Sonntagsspruch

Die Vergangenheit hinterlässt einen zartbitteren Geschmack auf meiner Seele.

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Aber ich lebe ja im hier und jetzt – gestern war ich bei Bülent Ceylan. Eigentlich nicht so ganz meins, aber es hat mir Spaß gemacht. Heute regnet es, ich geh raus und übe mal wieder fotografieren!

Meine Seele singe

Was Musik kann!? Eine ganze Menge – zum Beispiel für eine Weile Sorgen vergessen lassen. Mit dem Magnificat als Kanon gesungen, in der Kilianskirche der nahen Stadt…

… so schön! Aber nicht nur das, der Jugend- und Kinderchor bot uns eine Uraufführung – hach, ich bin noch voller Musik. Erfüllt mit Leib und Seele!

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