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Komm liebe Angst
du darfst sein
ich lasse dich zu
ich streichle dich
ich bin gnädig zu dir
Sei wieder Kind
Ich nehm dich in den Arm
Lasse dich los
Und lasse dir die Freiheit zu gehen

Komm liebe Angst
Sag mir den Grund
Sei ehrlich zu mir
Denk nach
Was bedrückt dich?
Ich halte dich warm
und gebe dir Kraft
–  zu gehen

©petra ulbrich 

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Trezoulé

Bin unruhig, angstvoll, traurig mit Augenschmerzen, alleine, es regnet leise Schneeflöckchen, es rinnen warme Tränen. Ich fühle mich überfordert, ausgenutzt, in Stich gelassen – und dann kommt von ganz woanders ein Engel und hilft für einen kurzen  Moment in der Not!

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Meine Kraft, die ich draußen verbrauche, kann ich drinnen nicht voll auftanken. Carsten & Wiebke sind aufgeregt – die Band spielt in Stuttgart auf der Weihnachtsfeier des Sozialministeriums. 🎄

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16. November | der Tag davor

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Die nächsten Tage muss ich überstehen und den Junioren dabei helfen. Heute vor 6 Jahren waren wir im Pfannekuchen! Seit 6 Jahren überlege ich welchen leckeren Pfannkuchen MamS gegessen hat – ich weiß es nicht mehr. Alles was nach 13:30Uhr passierte, ist ein festgebrannter Film auf meiner Festplatte. 

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Der Narr

Ein alter Narr mit weißem Haar
stand in der Ecke stumm
und starrte auf den Rosenstrauß
um ihn der Liebsten zu schenken.

Ein alter Narr im stillen Haus
wollt‘ gehen in die Welt
dacht‘ an die lachendschöne Frau
und — wurde nicht bestellt!

©petra ulbrich

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Meine Seele singe

Was Musik kann!? Eine ganze Menge – zum Beispiel für eine Weile Sorgen vergessen lassen. Mit dem Magnificat als Kanon gesungen, in der Kilianskirche der nahen Stadt…

… so schön! Aber nicht nur das, der Jugend- und Kinderchor bot uns eine Uraufführung – hach, ich bin noch voller Musik. Erfüllt mit Leib und Seele!

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wenig Interesse

Ein Satz irgendwo beim Emil gelesen: Trete ich zurück, werde ich uninteressant. Natürlich in einem ganz anderen Zusammenhang. Auch gelesen, in einem Buch von Ulrike Draesner – Eine Frau wird älter: [..] Jede Menge Männer unterwegs auf so einem Parkplatz. Was ist los mit den Männern, denke ich, was hat sich verändert, sie sind so zurückhaltend. Nach einer Weile ist klar: Nichts hat sich verändert. Es wird geschaut. Hinterhergeschaut. Jetzt fällt es mir wieder ein: Ach so, es liegt an mir. Ich bin es, ich stehe hier offensichtlich in dieser neuen Verborgenheit herum. [..] Dieses Desinteresse stößt mir auf – nicht als Frau, oder jedenfalls nicht nur. Es ist ein allgemeines Desinteresse am anderen.

Das Interesse besteht meistens nur so lange, wie man nicht involviert ist. Sobald man selber handeln sollte oder muss oder will oder was auch immer – jedenfalls aktiv werden, stirbt bei so manchen Menschen die Aufmerksamkeit. Ich nehme mich da selber nicht raus. Interesse zu zeigen erfordert Anteilnahme und da jeder mit sich selber sehr beschäftigt ist, kostet das zusätzliche Kraft, die einige nicht haben. Dabei ist es gar nicht einmal Fakt, dass das Schicksal des anderen einem am A…. vorbei geht, es ist manchmal reine Hilflosigkeit und da sagt man lieber nichts, als dass man sich in die Nesseln setzt oder gar eine Abfuhr erhält.

Es erfordert Fingerspitzengefühl von allen Seiten und man kann wirklich nicht alles bedenken, kann nicht jede kleinste Kleinigkeit – von der man möglicherweise auch gar nicht ahnt, dass es sie gibt – berücksichtigen. Fingerspitzengefühl, das mir scheinbar nicht gegeben ist. Einerseits bin ich immer leicht gekränkt und fühle mich (da nehme ich, wenn es um Belange der Junioren geht, diese mit rein) benachteiligt, weil unsere Bedürfnisse nicht gesehen werden. Wir sind eine winzige Minderheit und im großen Ganzen tatsächlich unscheinbar. Das schmerzt! Andererseits poltere ich schnell heraus.

Es schmerzt sogar so sehr, dass ich noch weiter zurücktrete, gar keine Gespräche auf Veranstaltungen mehr führe, meine Sprache verliere und mir nichts zutraue. Wenn noch ‚Funktionärsmütter‘ anwesend sind, die ach so toll das Leben ihrer behinderten Kinder gemanagt haben – diese selbstständig wohnen und eigenständig leben – dann schrumpfe ich zusammen und hoffe doch inständig, dass man meine Leistung auch sieht. Uns sieht …

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Erst einmal Schluss – Wiebke ist krank. Sie hat einen stark juckenden Hautausschlag am Bauch. Wir gehen zum Arzt!

 

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Wenn ich denn fliegen könnte

Es wäre zu schön, der Angst einfach wegzufliegen. Wie gerne täte ich es. Dabei weiß ich heute mal wieder nicht, wovor ich Angst habe. Oder ist es die Traurigkeit? Gestern traf ich einen ehemaligen Mitarbeiter meines Mannes. Diesen hatte MamS unter seine Fittiche genommen und ausgebildet. Wir sprachen lange und am Ende musste ich ganz schnell weg, um nicht zu weinen. Ich bin abgetaucht – im wahrsten Sinn des Wortes. Bin im Wasser verschwunden. Wenn alles nass ist,  fallen keine Tränen auf.

Meine Nacht war tief, fest, traumlos, aber viel zu kurz. Der frühe Morgen nur mit viel Mühe zu bewältigen. Ich muss laufen, war laufen. Stetig, immerfort. Nur ist die Unruhe davon  nicht weg, das Bauchgrimmen dafür um so heftiger vorhanden und das Gefühl, allein auf diesem Suppenteller zu sein, gigantisch. 

Dieses Gespräch gestern, im Schwimmbad, hat mich erfreut, hat mir aufgezeigt, dass mein Mann ein toller Vorgesetzter war, ein guter Chef und dass er bei seinen ehemaligen Kollegen immer in guter Erinnerung sein wird – umsonst wird keine Methode nach einem Entwickler benannt! Dieses Gespräch hat auch gezeigt, dass nicht nur ich diesen Menschen vermisse. Doch warum kommt dieses Vermissen mit dieser geballten Gewalt? Warum tut es so weh?

Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas Gutes tun!

 

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