SchlagwortSommer

und manchmal

… stehst du da und kannst nur staunen!

Staunen über die Unbeschwertheit, mit der Die bunten Mützen ihre Songs spielen und sich nicht beirren lassen, wenn um sie herum scheinbar niemand richtig anwesend ist.
Staunen über das große Mundwerk vom Kerle, der das Publikum dann doch noch fesselt.
Staunen über den anderen großartigen Sänger mit kleinem Handicap, der mir bei Kaffee und Kuchen ununterbrochen von seiner Liebe vorschwärmt.
Staunen über die Tombola, die so gar nicht für Menschen mit besonderen Bedürfnissen bestückt ist.
Staunen über das Töchting, das so schön ist, wenn es lacht!
Staunen über bunte Blätter, einen blauen Himmel, große weiße Wattewolken, ein Backsteingebäude in dem die Menschenmassen mürrisch verschwinden und fröhlich wieder ausgespeit werden.
Staunen über Behindertenfunktionäre, die Berührungsängste haben.
Staunen über scheinbar tolpatschige Menschen und dann erfahren, dass diese eigentlich auf dem Rollstuhl sitzen sollten.
Staunen, um des Staunens Willen.

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Ich bin müde! Ich habe einen guten Job gemacht und ich habe mich unterhalten – das erstaunt mich am allermeisten. Ich kannte diese Menschen nicht …

Wenn ihr wollt, könnt ihr uns gerne etwas Gutes tun!

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Sie sind wieder da

Die Junioren sind gestern Abend wieder heil und (!) gesund im Heimatort angekommen. Sie hatten eine schöne Zeit, auch wenn der Kerle  gekotzt hat – die Betreuer sind damit sehr gut klar gekommen, haben Carsten einfach umgezogen, ihm seine Freiräume gelassen und ansonsten nicht gedrängt. Gut, das geht im Urlaub besser, als zuhause und fremde Menschen sind nicht so nah dran wie ich – aber es funktioniert. Carsten sieht aus wie ein Spitzmäuschen – ich werde päppeln müssen. Wiebke hat einfach nur genossen und ihr Ding durchgezogen. So möchte ich das auch können!

Hier sind nun kleinere Hügel an Wäsche zu waschen, das Wetter lädt dazu ein, im Bett zu bleiben, eventuell heiße Suppe zu essen – kurz, alles das zu tun, was wir monatelang nicht machen konnten …

So long – ich bin nicht mehr allein und die Einsamkeit hat grad wenig Chancen sich breit zu machen. Ich weiß aber, dass auch wieder andere Tage kommen – deswegen werde ich schweigend genießen!

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Danke

  • für den Mut etwas zu wagen. 
  • für die Kraft, die einfach da ist. 
  • an die Menschen um mich herum. 

Einfach Danke an das Leben ohne Ponyhof und Gedöns. Life is  Life und Leben eben! 

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flieg ins Land hinaus

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Im Sommer ist Volksfestzeit. Eigentlich mag ich diesen Rummel nicht – zu viele Menschen, ein viel zu großes Angebot von Dingen, die ich nicht brauche und die wir, als Familie, auch nicht nutzen können. Trotzdem gibt es grade verstärkt Gedankenachterbahnfahrten. Ich habe viel zu erzählen, nur ist das wenig öffentlich …

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Sauna


…mit Aufguss! Und dann sind auch noch die kleinen Enkeljungs krank – heute Nachmittag haben beide angefangen zu glühen! Wiebke hat irgendeinen allergischen Hautausschlag am Bauch, Carstens Rücken juckt, die Wunschtochter wird vermutlich auch krank, der Schwiegersohn hat zum Glück Urlaub, ich klebe überall fest und Pfferminztee ist alle …

Dreiundvierviertelhundert Tropfen sind gefallen, weder Eukalyptusaufguss noch irgendwas sonstig erfrischendes, sogar die Gummibärchen, Schaummäuse und Lakritzdrops müssen dringend in die Kühlung, sonst haben wir nur Süßigkeitenbrei …

Wo bleibt mein Hugo, Gin Fizz, kaltes Bier etc. pp.? Die nächste Heißzeit kommt!

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Nachtgedanken

Kein Mensch ist ein Ich-Land, begrenzt in sich selbst; jeder Mensch ist ein Stück vom Kontinent, ein Teil aus dem Ganzen …

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Die Haustür steht auf, die Terrassentür auch, Junioren und Enkeljunge schlafen – ich wache und verscheuche Geister, Schnaken und potentielle Einbrecher. Dorfstille Einsamkeit ohne Knirschschiene im trockenen Mund, ein oberer Schneidezahn – so habe ich das Gefühl – beginnt zu bröckeln. Die Zeit nagt nicht nur am Zahn …

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sutsche piano

In diesen Tagen geht’s nur langsam und dennoch liegen oft die Nerven blank. Der Aushilfsbusfahrer guckt mich mit großen braunen Augen an und hat überhaupt keine Ahnung, wie er die Junioren ins Fahrzeug setzen soll. Erst kommt er zu spät, dann findet er den Weg nicht zur Haustür und tragen darf er auch nicht – Himmel, warum macht er dann diesen Job? Wiebke was not amused, sie hat klipp und klar gesagt, dass sie nicht nur behandelt, sondern dass ihr respektvoll begegnet werden soll. Aber es ist ja morgens schon so warm …

Wer jetzt noch gut denken kann, der ist zu beneiden. Ich bekomme nichts auf die Reihe, kann kein Buch lesen, muss meckern, dass die Junioren ausreichend trinken, muss für drei denken, dass wir durch diese heißen Tage kommen. Ob es gut ist, diese Frage stellt sich mir nur am Rand. Wir sind mitten im Klimawandel und ich habe Bedenken, ob wir das noch umdrehen können.

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#MeTwo – Alltagsrassismus in Deutschland. Ich erkenne Parallelen zu behinderten Menschen, auch diese werden ausgegrenzt und teilweise beleidigt. Carsten wurde auch schon als Affe bezeichnet. Denkt mal nach: Wie sehen wir Menschen, die anders aussehen? Wie begegnen wir anderen, die nicht in unser Weltbild passen?

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