Wenn,

…, ja dann!

  • dann hätte ich morgens keine Bauchschmerzen mehr.
  • dann würde jetzt die Sonne scheinen.
  • dann täte ich im Bett liegen und schlafen – so, wie es die Junioren tun.
  • dann würde ich andere Lieder singen.
  • … keine Gedanken darum machen, wie ich Helfern Absage, ohne dass sie sich gekränkt fühlen. (Was brauche ich Helfer, wenn die Herrschaften das Bett nicht verlassen wollen.)
  • dann hätte ich kein schlechtes Gewissen. Ich mag die Menschen und würde sehr gerne Zeit mit ihnen verbringen, aber ich fühlte mich verpflichtet, die Junioren aus den Betten zu holen – rechtzeitig, damit ich den „Ablauf“ nicht störe.
  • dann bräuchte ich nicht mit der Helferin – weil ich ganz bestimmt für den Nachmittag nicht absage – MenschÄrgereDichNicht spielen.
  • dann wären meine unruhigen Beine bereit zu tanzen.
  • dann hüpfte mein Magen, anstatt schwer da zu liegen.
  • dann hätten wir Kuchen, am liebsten fette Sahnetorte.
  • dann gäbe es etwas sehr gesundes zum Mittagessen.

Aber die Angst hat mich einmal wieder mehr als nötig in Griff und statt, dass sie mir Flügel verleiht, verteilt sie sekündlich mehr und mehr Bleiperlen an meinen Körper.

Vorsicht

Bleischwer liegen die Gedanken auf der Seele und können nicht zertreten werden, wie ein Gänseblümchen auf der Wiese.
Blassblau ist der Himmel und aus keiner Wolke kann es regnen.
Aus dem Töchtingzimmer klingt fröhliches Kauderwelsch – im Kerlezimmer liegt einer und hebt kaum den Kopf. Eine singt, einer ist zu schwach dazu. Mein Buch liegt ungeöffnet neben mir, der Morgenkaffee ist getrunken und die Verantwortung fürs Wochenende lastet drückend auf meinen Schultern.

Rabenschwarze Seifenblasen schillern, zerplatzen und je nach Lichteinfall bekommen sie die eine oder andere Bedeutsamkeit.

H wie …

… Hilfe! (Passwortschutz aufgehoben! – Bitte respektiert meinen Wankelmut.)


Warum kann man diese fehlgeleiteten Synapsen im Hirn nicht einfach wieder in die richtigen Bahnen lenken und alles ist gut?

Wie entsteht eine Depression? Es ist komplex und wenn ich es wüsste, dann wäre ich die erste, die mir selber helfen könnte. Dabei bin ich wirklich die einzige, die mir helfen kann. Im Moment bin ich nur am Verzweifeln. Draußen ist schönster Sonnenschein und wir sitzen hier drinnen und kommen nicht von der Miste. Mein schlechtes Gewissen ist riesig, meine Wut ist es, meine Angst etwas falsch zu machen – ich werde den Junioren nicht gerecht, sehe die Sonne und möchte sie am liebsten aussperren.

Ich kann nicht weiterschreiben … Es ist so verdammt beschissen, allein zu sein mit alldem.