Kurzsehen oder Brille suchen

Ich habe das Glück kurzsichtig zu sein. So kurzsichtig, dass ich ohne Brille Bekannte und Freunde auf der Straße nicht erkenne; was mir oft schon den Vorwurf der Hochnäsigkeit eingebracht hat. Vorteil ist, dass, wer von meiner Sehschwäche weiß, das akzeptiert und ich denen, auch wenn ich sie erkenne, aber im Moment nichts sagen möchte, einfach aus dem Weg gehen kann. – Ich bin ja kurzsichtig! Ein weiterer, viel schönerer Vorteil ist, dass ich so im Bett ohne Brille lesen kann. An die Halbbrillen meiner Altersgenossinnen kann ich mich nicht gewöhnen und auch meine Gleitsichtbrille fliegt, sobald ich ein Buch in den Händen habe, auf irgendeinen Tisch, ein Regal oder sonstige Ablage. Nachteilig ist das nachkommende Suchen, wenn ich die Brille für ‚etwas in der Ferne’ brauche. Meistens weiß ich nur entfernt, wo ich das Ding hingelegt habe…

Seit neuestem habe ich eine randlose superschicke, sehr leichte Brille mit kaum Bügel; sprich: man sieht sie nur mit Brille richtig. Da müsste ich, um meine Brille zu finden, eine andere aufsetzen. Um diese aufsetzen zu können, müsste ich wiederum wissen, wo diese ist.

Jemand wohlmeinendes hat mir geraten doch ein Band an die Brille zu knüpfen, um diese dann bei Nichtgebrauchen um den Hals hängen zu haben. So würde ich mir die Sucherei ersparen… Einen entscheidenden Nachteil hat das aber: ich mag das Gebammelse nicht, es stört mich und obendrein gefällt es mir auch überhaupt nicht.

So halte ich es mit dem Spruch: Wer suchet, der findet!


Jetzt habe ich ganz was anderes geschrieben, als das, was ich ursprünglich wollte. Ich wollte von einem versenktem Buch erzählen – das tu ich dann ein andermal.

Empowerment

Sagt mir doch jemand, dass ich eine Powerfrau bin –  ich denke, dass ich eine bin – eine die, wenn es sein muss, kämpfen kann. Ich weiß aber auch: wer kämpft, kann auch verlieren. Niederlagen wegzustecken, gehört auch zu dem Gebiet der Powerfrau. Wenn sie das nicht kann, dann verpufft die ganze Power im Aufrechthalten der Fassade.

Bis ich allerdings soweit war, habe ich Energien verschleudert, Mass um Maß, manchmal tue ich das noch heute, weil ich denke, die Umwelt erwartet das von mir; Konventionen, die ich mit Bauchgrimmen machte und von Zeit zu Zeit immer noch mache.

Eine Powerfrau hat natürliches Selbstbewusstsein – und somit bin ich dann doch wieder keine Powerfrau. Zweifeln, Verzweifeln darf, meines Erachtens, jeder Mensch – egal ob Mann oder Frau. Power steckt dahinter, wenn man etwas aus vollstem Herzen durchsetzen will und hinter der Sache, die man macht, steht. Nicht vorgeschobener Aktionismus, das bringt nix, das ist Make-up und wird abends im Bad abgeschminkt!


Wie ihr seht, habe ich Sonntagnachmittag nichts anderes zu tun, mir geistern viele Dinge im Kopf herum. Dinge, für die ich meine Power an Wochentagen so dringend nötig hätte…

„Ich muss nicht immer stark sein“, ist mein Wahlspruch. Macht es gut und bleibt mir gewogen!