Halleluja

Wir sind alle wieder Zuhause!

Meine Güte, wie wird hier – in Deutschland – mit behinderten und zu pflegenden Menschen, samt derer Angehörigen umgesprungen.

Rinn inne Kartoffeln, raus ausse Kartoffeln!

… und dann kommt noch die Sorge um meine Mutter dazu. Die alte Dame ist im Krankenhaus und es sieht verdammt schlecht aus.

Tut mir leid, wenn ich jetzt nicht weiter die Misere erkläre – aber ich muss erst mal durchschnaufen!

erstens kommt es anders, als man zweitens denkt

Schlafmützenbett
Die Herrschaften schlafen zusammen in einem Bett. Ratet mal, wer im anderen schläft?

Ja, das bin ich – weil nämlich kuddelmuddelig in der Kurklinik der Junioren etwas komplett schief gelaufen ist. Heute Mittag habe ich erfahren, dass die Verlängerung nicht von der Krankenkasse bewilligt wurde. Gesagt wurde mir das ganz anders! Holterdiepolter bin ich nachmittags ins Ruhrgebiet gedüst und jetzt versuche ich zu schlafen. Nix ist mit noch 2 Wochen frei. – So ist das Leben, eben!

Von zu Hause mehr am Wochenende. Es ist ganz schön turbulent – langweilig wird mir garantiert nicht!

nächtliche Fragen

… und mir ist schlecht – der Wehdam hat zugeschlagen. Ab morgen bin ich wieder alleine! An Schlaf ist nur zu denken, doch Morpheus öffnet seine Arme nicht. Wie ein störrischer Esel sträubt sich mein Unterbewusstsein und auch meine Angst, die Nacht anzunehmen.

Meine Lunge keucht. Das Gedankenkarussell dreht sich und kommt keine Millimeter vom Fleck. Es kreist um die Junioren, die ich nicht – wie vorgesehen – am Freitag abholen werde. Ist es richtig, dass sie noch länger bleiben? Lass ich sie auch nicht im Stich? Geht’s ihnen wirklich gut? Habe ich die richtigen Entscheidungen getroffen?

Mein Bauchweh ist gigantisch, meine Ratio sagt: Ja. Wie kriege ich nur Bauch und Kopf zusammen?

noch eine Nacht

… und dann Good bye!

Als Urlaub habe ich das jetzt angesehen, mit netten Gesprächen und guter Tischgemeinschaft. Dass ich so Atemnot bekommen würde ist Schicksal und ich nehme es hin. Der Sinn des Lebens ist mir auch hier nicht unter gekommen – aber wo passiert das schon? Eins, habe ich aber dennoch begriffen, dass ich heute leben muss und nicht im gestern verharren darf. Morgen ist auch noch weit weg – jetzt, jetzt sitze ich auf der Bank vorm Haus.

… und der Koffer ist schnell gepackt!

3 Schnäpse und eine Spritze

Zäumen wir das Pferd von hinten auf, vom Abend zum Frühstück! Doch zum besseren Verständnis, chronologisch.

Aufgestanden bin ich mit überblähter Lunge – nichts, oder nur sehr wenig ging raus. Dampflokbergfahrt war angesagt, mit Puls auf 130, aber mit gutem normalen Blutdruck. Kopfweh und Kotzen – kurz gesagt, nüscht los.

Nach dem Kaffee Sauerstoff, liegen im Schwesternzimmer und die Option auf eine vorzeitige Abreise. Aber fahnenflüchtig wollte ich nicht sein, zumal wir heute Abschied feiern wollten. Tja, da hab ich eben wieder hoch dosiert Kortison gespritzt und alle Anwendungen gestrichen bekommen. Nach Mittags- und Nachmittagsschläfchen konnte ich halbwegs durchatmen und beim Italiener lecker essen. Hauptspeise, Grappa, Tartuffo, Grappa – dann mussten wir zurück in die Kurklinik. Dort gab es keinen Grappa, aber Williams…

Jetzt schnaufe ich nicht, habe die nötige Bettschwere, mein Notfallspray neben mir und morgen ganz früh einen neuerlichen Spritzentermin für das Teufelszeug – schlaft besser, als ich und vergesst den Traum vom Essiggemüse. Donnerstag fahr ich heim und Freitag stehe ich bei meinem Pneumologen auf der Matte. Alles wird gut!