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Netzwerk

Dass ich kein Netzwerk habe, das rächt sich jetzt!

Aber wie soll man auch ein Netzwerk haben, wenn man psychisch krank und zudem Asperger-Autist ist? Ich traue mich ja noch nicht einmal ein ganz normales Telefongespräch, das über das übliche Maß hinausführt zu führen. Mit Behörden und Institutionen zu telefonieren ist mir ein Graus. Da bringt es auch nichts, zu wissen, dass an Telefonen keine Einrichtungen sitzen, sondern einfache Menschen aus Fleisch und Blut.

Gerade hatte ich ein längeres Gespräch mit einer sehr netten, aufmerksamen, kompetenten, wirklich sich sehr bemühenden Mitarbeiterin der Krankenkasse. Sie will mir helfen, das merke ich in jeden ihrer Sätze – sie kann nur nicht, weil es scheinbar nur eine einzige Kurklinik in ganz Deutschland gibt, die behinderte Menschen, wie Carsten und Wiebke es sind, aufnimmt; ihr Netzwerk, das der Krankenkasse, gibt nicht mehr her – meins ist sehr brüchig und die Lebenshilfe vor Ort weiß auch nichts. Mit dem Sozialen Dienst der Werkstatt werde ich auch noch einmal telefonieren, erhoffe mir aber keine große Hilfe, weil ein Mitarbeiter des Sozialen Dienstes der Krankenkasse anscheinend mit denen schon Kontakt aufgenommen hat.

Ich verzweifle. Mir ist übel. Auch wegen der Familientherapie, die ich so dringend einfordere, komme ich mit der Krankenkasse auf keinen grünen Zweig. Mir fehlt die Lobby! Oder anders ausgedrückt: an unserem Fall beißen sich alle die Zähne aus. Am liebsten täte ich an die große Öffentlichkeit gehen – aber ich kenne keine weiteren Menschen die ähnliches durchgemacht haben oder durchmachen. Ich kenne keine einflussreichen Menschen, die möglicherweise über Politiker oder andere Personen unsere Misere unterstützen oder publik machen möchten.

Es muss doch – Nein, anders gesagt: ich wünsche mir Mitstreiter, die verbal besser geschult sind als ich, die ein Hintergrundwissen haben und die mir helfen, dass besonders Carsten eine Kur bekommt, damit er Essen lernt. Essen, nicht in dem Sinn, dass er Nahrung in sich hineinschaufelt, sondern essen … Ach, was erzähle ich das hier – ihr kennt die Problematik.

Ich bitte um Hilfe, mir ist inzwischen jedes Mittel recht* – Hauptsache ist doch, dass wir hier nicht vor die Hunde gehen.

*Öffentlichkeitsarbeit – Funk, Fernsehen, Presse

Wir fallen durch’s Raster – überall. Von der Behinderung der Junioren gibt es weltweit nicht einmal 500 Menschen, dazu kommt, dass Carsten nicht isst, Wiebke autistische Züge hat, ich selber auch autistisch bin, die Essensituation hier eine Katastrophe ist und so weiter, und so fort …

Bundeslebenshilfe habe ich angerufen; auch dort kam nur der Hinweis auf diese eine Behindertenkurklinik!

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off

etc. pp

Zum einen werde ich jetzt vorab schon sagen, dass dieser Beitrag keine Fiktion ist, sondern meine harte Realität. Obwohl, was ist real und was passiert nur in meinem Kopf?

Seit Tagen habe ich wieder jeden Morgen Bauchweh, meine Waden sind aus Pudding, Tränen fließen, meine Finger fühlen sich an wie gelähmt. Alles, was ich greife, rutscht mir zwar nicht aus den Händen, aber das Gefühl ist da. Ich bin allein! Bisschen viel Gefühl. Wenn ich nicht so viel Angst vor Menschen hätte und doch so viel Sehnsucht nach Austausch, mich aber nicht traue andere anzusprechen und wenn ich es tue, diese brüskiere, dann würde ich – Ja, was würde ich dann? Ich weiß es nicht!

Letztens habe ich angedeutet, dass ich nicht weiß was ich will. Das stimmt nicht. Materielle Wünsche habe ich keine. So, wie Sozialarbeiter, Erzieherinnen und Psychologen einen Supervisor haben, so hätte ich auch sehr gerne einen! Händeringend suche ich schon monatelang einen Familientherapeuten. Kinder- und Jugendpsychologen fühlen sich nicht zuständig und dürfen auch nicht, weil die Junioren erwachsen sind. Einen Verhaltens- oder anderen Therapeuten finde ich nicht für die Junioren, weil sie (geistig) behindert sind. Dazu kommt, dass ich kein zweites Mal nachfrage, weil ich mich nicht traue…

Ich traue mich nicht – so wie ich mich als Kind nicht traute, ans Telefon zu gehen, wenn es klingelte – psychologische Hilfe einzufordern. Immer und immer wieder wollen mir Institutionen Hilfe bei der Pflege vermitteln. Aber die brauche ich nicht, oder nur wenig – ich brauche jemanden, mit dem wir zusammen und ich alleine reden kann!

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Okay, ich habˋs kapiert

Nimm dich selbst nicht so wichtig und lobˋ lieber mal die anderen!

Obwohl ich eigentlich erst einmal lernen wollte, meine Wünsche zu äußern und zu sagen, was ich will, was mich stört und nachfragen wollte, ob meine Gedichte oder Geschichten so gar nicht gefallen, werde ich für die nächste Zeit (wie lange sie auch dauern mag!)  versuchen, bescheidener zu sein und machen, einfach nur machen, ohne auf Applaus oder ähnliches zu hoffen.


Man nimmt viele Dinge allzu gerne als selbstverständlich hin. Oft/meistens sind sie es allerdings nicht.

Die Feuerwehr ist zur Stelle, wenn es brennt – man wählt die 112. Die Polizei ist allzeit bereit, die Rettungssanitäter und Notärzte stehen auch nachts zur Verfügung. Einkaufen kann man bis spät am Abend und notfalls lässt man sich halt vom Lieferservice etwas kommen.

Selbstverständlich scheint auch zu sein, dass Freunde jederzeit griffbereit sind. Sollte es nicht so sein? Sind Freunde nicht füreinander da? Ja sicher, aber auch Freunde sind eigenständige Menschen und haben manchmal das Bedürfnis nicht verfügbar zu sein.

So kann ich auch nicht erwarten, dass jeder meiner vielen Beiträge kommentiert wird – schade finde ich nur, dass sich einige „Internetfreunde“ so gar nicht mehr melden…

Alles ist gut wie es ist und wenn nicht, dann ist das auch okay – wichtig ist doch nur, dass wir überhaupt noch da sind!

P. S.: Die Junioren haben Wehdam, weil keiner da ist, der mit uns spazieren gehen kann.

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Frage | 28. Januar 18

Das Buchhandlungsterben greift um sich, in der nahen Großstadt gibt es leider auch nur noch sehr wenige und meine Lieblingsbuchhandlung hat schon vor einiger Zeit dicht gemacht. Jetzt ist auch noch der Buchverkäufer vom Bücherriesen, der mir immer besondere Romane empfahl, gegangen und verkauft nun Schreibtische statt Literatur!

Wo kauft ihr eure Bücher? Wie kommt ihr an Lesestoff – und verratet ihr mir auch, was ihr so lest?

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