Mitternacht

12mal schlägt die Uhr, keine Geisterstunde, stattdessen bin ich wach und müde zugleich.

Im Flur brennt Licht – auch deswegen, weil ich nicht schon wieder stolpern will, wenn ich die „Sirdischen“ vertreiben eile. Vorhin habe ich sockig beinahe einen Spagat gemacht, weil herrenlose Haargummis und Miniautos urplötzlich auf meiner Schnellstraße ins Juniorenzimmer auftauchten. Trotzdem ich ein rasantes Tempo hingelegt hatte, kam ich zu spät. Käsekräcker und Cola, samt Becher haben fliegen geübt – ich räume morgen auf – heute Nacht musste ich erst einmal Klingonen und Borks abwehren und den Kerle auf die Erde zurück beamen.

Das Töchting ist durch diese Aktion wach geworden. Solidarisch, wie sie ist, musste ich sie ebenfalls aus den Weiten des unendlichen Alls befreien.

Beide schlafen inzwischen tief und fest – Kekskrümel wurden aus Betten geschüttelt und die Becher stehen leer in der Spüle.
Mich kratzt der Frosch im Hals, aber ich liege grad so schön im Bett und bin zu faul das Licht zu löschen und Wasser mag ich nicht trinken, Cola haben wir keine mehr und Karottensaft mag ich um halb eins in der Nacht auch nicht …

Ich will schlafen – aber so ganz sicher bin ich nicht, ob die Außerirdischen nicht doch noch zurück kommen!

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

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