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Ist Alleinsein gleichzusetzten mit Einsamkeit?

Nein, ich finde nicht! Ich bin sehr gerne alleine, brauche diese Zeit auch als Asperger-Autistin, denn zu viele Menschen machen mich kirre. Ich werde unruhig und spüre den Drang weg zu laufen. Großveranstaltungen lassen mich leise werden, meine Sehnsucht nach dem vertrauten Zuhause wächst – ich ziehe mich in mein Innerstes zurück.

Ambivalent ist, dass ich dennoch unter Einsamkeit leide – auch wenn ich mich freiwillig einkokoniert habe. Dann bin ich dermaßen eingesponnen, dass ich den Anfangsfaden nicht finde und kein Gespräch eröffnen kann und auch von außen wird mich niemand erreichen können. Einsamkeit ist ein Panzer!

Allein sein ist ein Zustand – es ist niemand bei einem, man kann tun und lassen, was man will. Keinen stört es, man ist Herrin seiner selbst! Eigentlich  sehr schön, wenn es kein Dauerzustand und relativ leicht durch Gesellschaft zu ändern ist.

Einsam sein ist ein Gefühl – es ist niemand da, mit dem man reden kann. Alles, was man tut oder lässt, stört keinen und kein Mensch nimmt Anteil. Einsamkeit hinterlässt im Bauch eine klaffende Leere; ein schwarzes Loch, das jeden noch so positiven Gedanken frisst – man hat ja sowieso niemanden, der die Gedanken mit einem teilt. Einsamkeit zieht Einsamkeit an und nach sich, die Selbstbemitleidung wächst – das schwarze Bauchloch frisst alles auf!

Kuddelmuddelunausgegorenes

P.S.: in England gibt es seit kurzem ein Ministerium gegen Einsamkeit.

Autor: piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

5 Kommentare

  1. Ich bin auch oft gerne allein, ich kann das wirklich genießen, und dann bin ich wieder gerne unter Menschen – allerdings nur, wenn ich das Gefühl habe, gewollt und anerkannt zu sein.

  2. Nein, es ist wahrscheinlich nicht gleichzusetzen. Ich sehe das so wie du oder anders gesagt, man kann auch unter vielen Menschen einsam sein.
    In meiner Jugend wollte ich in Leipzig neben dem Hauptbahnhof wohnen, da wo das leben tobt. Zumindest dachte ich das. Inzwischen liebe ich die Ruhe, fühle mich aber nie einsam. Nichtmal auf der Weide, nur mit Hunden und Schafen, habe ich das so empfunden. Ich bin aber auch gerne unter vielen Menschen. Wahrscheinlich hatte ich deshalb genau den Beruf. Als er „weg“ war, brach erstmal eine Welt zusammen. Erstmal, denn man kann sich immer einrichten. In der nächsten Woche habe ich 40 Ferienkinder um mich herum. Wie ich mich freue!
    Ansonsten sollte man viel öfter miteinander reden. Auch, wenn der andere räumlich weit weg ist und auch, wenn man glaubt Hindernisse zu sehen. Die gibt es aber unter guten Bekannten manchmal gar nicht.

ich freu mich über Kommentare

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