eine Zumutung

Ich brauche ein Kreuz! – Brauche ich ein Kreuz?

Ich weiß nicht, ob ich eins brauche. Schleppe ich, schleppen wir nicht sowieso eins mit uns herum? Manche haben ein starkes Kreuz, einige ein gebrochenes, manche laden sich zu viel auf und wenn wir auch gebückt gehen, unser Kreuz können wir schleppen.

Aber das Kreuz, das ich in meinem ersten Gedanken meinte, ist ein Schmuckstück, das ich nicht habe. Ich besitze wirklich viel Schmuck, aber ein Kreuz ist nicht darunter. Ein äußeres Zeichen als Christin. Ich beobachte Menschen, die an ihrer Kette mit dem Kreuz spielen, wenn sie unsicher sind. Oder Angst haben. Oder in Gedanken sind.

Mein Kreuz, mein ach so starkes Kreuz ist schwach geworden – ich hätte gerne jemanden, der mir eine Weile die Last abnimmt. Nur einen Moment, ich will es ja gar nicht loswerden – mein Schicksal. Gefestigt mit der Zuversicht nicht alleine zu stehen, würde ich nicht mehr so kreuzunglücklich sein …

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

schreib mir was