KategorieKuddelmuddel

Was zieh ich an?

Heute Abend gehen wir aus. Heute Abend wird es aber nicht wesentlich kühler werden. Heute Abend im Schloßpark in Ludwigsburg werden sich wieder Menschen tummeln, die sich besser etwas mehr angezogen hätten. Bäuche werden – da das Publikum bei Joan Baez sicherlich etwas gesetzteren Alters sein wird – Bäuche werden über Bündchen schwappen und Winkeärmchen werden aus knappen Tops quellen. Ich selber mag kein Outfit ohne Ärmel und für Minishorts bin ich zu alt. Am liebsten täte ich ein Wallawallakleid anziehen, nur habe ich leider keins mehr…

… oder ich ziehe das blaugefärbte 150jährige Unterkleid meiner Uroma an! Zumindest haben die Junioren diese Sorge nicht!

alle Schulden sind abgetragen

Ganz ehrlich, Geldschulden habe ich keine – alles ist bezahlt und trotzdem habe ich Schulden, fühle mich mit jeder Faser meines Körpers schuldig. Bauchschmerzen im Unterbauch, wacklige Beine und grummeln in der Speiseröhre – alles deswegen weil mal wieder etwas nicht so gelaufen ist, wie ich es vorhabe.

Veränderungen

Nichts ändert sich, nur ich ändere mich – kann mich ändern. Andere kann ich nicht verändern, sie nur bitten das zu tun. Alles verändert sich, sobald ich mich verändere. Dann plötzlich ändern sich auch die anderen.

Jetzt ist es an der Zeit mich zu (ver)ändern!

sutsche piano

In diesen Tagen geht’s nur langsam und dennoch liegen oft die Nerven blank. Der Aushilfsbusfahrer guckt mich mit großen braunen Augen an und hat überhaupt keine Ahnung, wie er die Junioren ins Fahrzeug setzen soll. Erst kommt er zu spät, dann findet er den Weg nicht zur Haustür und tragen darf er auch nicht – Himmel, warum macht er dann diesen Job? Wiebke was not amused, sie hat klipp und klar gesagt, dass sie nicht nur behandelt, sondern dass ihr respektvoll begegnet werden soll. Aber es ist ja morgens schon so warm …

Wer jetzt noch gut denken kann, der ist zu beneiden. Ich bekomme nichts auf die Reihe, kann kein Buch lesen, muss meckern, dass die Junioren ausreichend trinken, muss für drei denken, dass wir durch diese heißen Tage kommen. Ob es gut ist, diese Frage stellt sich mir nur am Rand. Wir sind mitten im Klimawandel und ich habe Bedenken, ob wir das noch umdrehen können.

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#MeTwo – Alltagsrassismus in Deutschland. Ich erkenne Parallelen zu behinderten Menschen, auch diese werden ausgegrenzt und teilweise beleidigt. Carsten wurde auch schon als Affe bezeichnet. Denkt mal nach: Wie sehen wir Menschen, die anders aussehen? Wie begegnen wir anderen, die nicht in unser Weltbild passen?

etwas warmes braucht der Mensch

Glaubt nur nicht, dass ich jetzt unseren Dal zeige. Das Linsengericht war verputzt, bevor ich auch nur meinen Fotoapparat herausgekramt hatte. Sogar Carsten hat gegessen. Zwar wieder nur ein Minihäppchen – aber immerhin.

Ich bin ja der Meinung, dass man auch an heißen Tagen etwas warmes essen sollte. Nur kochen darf dann gerne jemand anderes – ich fließe davon. Außerdem bin ich dafür, dass auch große Laubbäume verpflanzt werden – einer davon bitte als Schattenspender auf unsere sonnenüberflutete Terrasse. Wir kommen nicht raus! Carstens Zitat vom Vorjahr: Dieser Sommer ist wie Winter, wir buddeln uns drinnen ein und kommen nicht raus! Dieser Spruch ist so wahr.

Den Junioren und mir habe ich Pfefferminztee gemacht. Mit viel Zucker! Denn an sehr warmen Tagen ist es besonders wichtig, genug zu trinken. Ideal bei Hitze sind Wasser (mögen Carsten und Wiebke nicht), Tees und verdünnte Säfte. Einen kühlenden Effekt hat warmer Pfefferminztee, der über den Tag verteilt in kleinen Portionen getrunken wird. Eiskalte Getränke sind dagegen generell nicht empfehlenswert – denn der Körper produziert dann nur noch mehr Wärme, um seine Temperatur wieder auszugleichen. Trotzdem täten wir jetzt gerne ein Eis mögen – bloß, das ist alle, leer, nichts mehr da und die nächste Eisdiele meilenweit entfernt! Die Welt ist ungerecht …

was fang ich an?

„Es soll regnen!“, das sagt Wiebke und Carsten meint: „Dann gehen wir raus und machen einen Voodootanz!“

Und ich? Ich denke daran, was wir heute Mittag essen …

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