schwummrig

Tagesschaulink

Was ist der Mensch wert? Das denke ich mir bei diesen Meldungen. Mir ist schwummrig – ja, mir ist grottenschlecht. Da verdienen Wirtschaftsbosse Millionen an Euro und der Dienst am Menschen wird nicht vernünftig bezahlt und die wenigen Helfer reiben sich auf.

Habt ihr schon mal gehört, dass ein Manager ein schlechtes (soziales) Gewissen seinem Job gegenüber hat. Es wird es sicherlich geben. Aber deswegen wird er den Beruf nicht wechseln, um alten oder behinderten Menschen den Arsch abzuwischen.

Das Problem ist allgemein bekannt. Die Bevölkerung wird älter und braucht Helfer in der Pflege oder Krankenhaus. Ich möchte nicht, dass Carsten und Wiebke nur so mal eben versorgt werden – nach dem Motto: Satt, sauber, still! In welcher Gesellschaft leben wir, dass wir Menschen – jeden Menschen – so wenig wertschätzen? Helfer und den zu helfenden?

2mal aufgeschreckt

Gerade eingeschlafen – im Mittagsschlaf auf dem Sofa – da klingelt es an der Tür. Der nette fröhliche Paketbote steht davor und schaut verdattert in mein dunstiges Gesicht. Milimetergroße Augen gucken ihn an; ich unterkrakele, lege das Päckchen achtlos zur Seite und fläze mich zurück vor den laufenden Flimmerkasten, der ein guter Einschlafhelfer ist.

Keine 10 Minuten später klingelt es wieder. Der Gärtnernachbar möchte mir das Erdreich verteilen, das ich um- und umgegraben habe und dann schlapp gemacht habe.

Ich war grade wieder eingekuschelt in die Arme des Morpheus!

Jetzt – schlafen, pennen, poofen! Die Junioren kommen um vier und Köstlichkeiten des täglichen Bedarfs sollte ich auch noch einholen…

noch was

Manchmal wünschte ich mir die nachrichtentechnische Steinzeit zurück. Dann wüsste ich zwar nicht, dass die britische Herzogin ihr drittes Kind bekommen hat, aber ich würde auch nicht wissen, dass in Toronto ein Idiot wieder in eine Menschenmenge gerast ist und viele Tote zu beklagen sind. Ich wüsste erst Monate später vom Krieg und Leid in Syrien und Kinder stürben außerhalb meines Dunstkreises.

Vor kurzem habe ich eine Reportage über Menschen gehört, die sich jeden Scheiß im Internet angucken müssen – philippinische junge Menschen (meist Frauen), die sogar gefilmte Morde und Selbstmorde im Darknet sehen müssen, damit diese polizeilich erfasst werden können. Ich will vieles nicht wissen, nicht 10 Minuten nach dem Geschehen und erst recht nicht live.

Ihr merkt, ich bin dem Nervenzusammenbruch näher, als allem anderen. Mich überfordert die Welt und unterfordert mich gleichzeitig.

Schnell, schnell – alles schnell, clean, sauber, freundlich, unverbindlich – aber hautnah, bitte schön und so nah, dass es möglichst schon nicht mehr, als wahr angesehen werden kann. Morgen vergessen, oder schon in10 Minuten, weil ja die nächste Horrorgeschichte schon in den Startlöchern steht…

Hatte ich schon gesagt, dass mich diese Informationsflut überfordert? Ich habe genug in meinem kleinen Kosmos zu tun. Carsten verhungert mir und ich muss zugucken, kann nichts tun. Ich stehe mit Angst auf und gehe mit ihr schlafen. Bauchweh ohne Ende …

… und alles mache ich mit mir alleine aus. Meine Wut auf MamS ist riesig – bringt mich aber auch nicht weiter. Da würde ich die Welt schon gerne ein bisschen aussperren!