Musik und anderes

ABBAmania beginnt wieder. Wenn auch nur digitalisiert – so dachte ich wenigstens. Jetzt wollen Ani Frid, Björn, Benny und Agnetha wohl doch wieder zusammen Musik aufnehmen und eventuell sogar auf Tour gehen. 

Wegen mir muss das nicht sein, mochte ich das „Gesülze“ damals schon nicht. Wenn’s die Beatles wären, dann würde sogar ich kreischen. Aber John ist tot und George auch, Ringo macht nicht mehr viel und das, was Paul veranstaltet,  ist nicht mein Ding…

Mein Bruder hat mir Lakritz geschickt. Ich liebe dich, Bruderherz! Ich hatte schon Entzugserscheinungen   – jetzt kann ich wieder schwarze Zähne kriegen. 

… und dann ist mir ein Buch ausgeliehen worden; eins mit zwei Schafen die 12einhalb Übungen als Soforthilfe bei Herzklopfen, Angst, Panik & Co haben. Ein dünnes niedlich bebildertes Büchlein – ich probiere es gleich mal aus!

Die Junioren sind Aushäusig und schlafen auch dort – bei der Wunschtochter.  Sie grillen Pizza im Garten. Was esse ich? Allein essen gehen ist fad, aber es hat ja niemand Zeit mich zu begleiten…

Soll ich zum amerikanischen Präsidenten was schreiben? Brauche ich nicht, der schafft das schon alleine sich zu blamieren.  Zu Korea? Ein bisschen freut es mich, dass sie die beiden Länder annähern.  Zu Syrien? Beim Auto fahren habe ich eine Rezension über ein Buch gehört: Der Tod ist ein mühseliges Geschäft  – ich glaube, das möchte ich lesen. Ich suche nur noch einen Sponsor. 

Was ich essen soll, das weiß ich immer noch nicht – vielleicht mache ich mir einfach ein Spargelrisotto! Ja genau, das mache ich. 

vor dem Tag

 

Ich wache bis heute fast jeden Morgen mit Angst auf. Angst, den Tag nicht zu schaffen, den Junioren nicht gerecht zu werden. Manchmal auch davor, dass ich gesundheitlich schlapp mache.  Es gibt Morgen, da ist die Angst so stark, dass ich denke, dass andere denken, ich wäre ein Blender und Hochstapler. Dann wiederum ist da die Zukunftsangst und die vor dem Verlust des Lebensstandards.  Die Angst davor, dass Freunde und Bekannte sehen, dass ich Angst habe und mich deswegen total alleine lassen ist heftig – sie könnten hinter meine Fassade gucken. An einigen Morgenden möchte ich deswegen nicht aufstehen und einfach liegen bleiben. 

Dann, dann nehme ich meinen ganzen Mut zusammen und stehe trotzdem auf…

Schneckenalarm

… der Wind ist heftig, Carstens Kappe ist ihm vom Kopf geweht, Wiebkes Gänsehaut sieht lustig aus (Originalton vom Töchting). Mein Garten ist auf Vordermann und die Wolken jagen über den Himmel.

Meine Haare wachsen nicht, ich möchte dran ziehen! Wiebke will wieder Pipi Langstrumpf-Pumuckl-Zöpfe – feuerrot und keinen Millimeter abschneiden lassen. Carsten tendiert zu blau und ich vertröste auf „für nach der Kur“!

Im öffentlichen Bücherschrank habe ich heute einen Roman ergattert, den ich schon am frühen Nachmittag fast ausgelesen habe und jetzt lauere, dass die Junioren bald ins Bett gehen. Barbara Honigmann schreibt über eine ganz gewöhnliche französische Straße in Straßburg…. Einfache unverstellte Sprache, Multikulti – eine Straße, in der dir die ganze Welt begegnet.

Lieb sein

Wie ich das schon als wildes Mädchen nicht mochte – lieb sein und als liebe Petra bzw. liebe piri betitelt zu werden. Ich bin selten lieb, war es nie und will es auch nicht sein!

Lieb klingt brav, angepasst und für mich nicht frei. Wenn ich lieb bin, dann für Menschen, die mir nahe stehen. Das tönt aufmüpfig und trotzig, einem Kleinkind gleich. Das nicht lieb sein wollen (oder dürfen) liegt in meiner Ursprungsfamilie begraben – ja, tatsächlich begraben, denn es wird nicht darüber gesprochen, tot geschwiegen.

Viel mehr, als das ich lieb sein will, möchte ich akzeptiert und anerkannt werden. Das empfinde ich als wertvoller, als lieb, nett und schön zu sein…