immer wieder

Es ist wie Haare lang wachsen lassen wollen und jedes Mal beim Friseur – beziehungsweise selber schneiden –  fällt genau dieser Teil der Schere zum Opfer, der in den letzten Monaten gezüchtet wurde.

Leben: Es ist so ein verrückter Kreislauf. Man macht Fehler, man lernt daraus – oder auch nicht. Man macht sie oft und gern – noch einmal. Niemand weiß warum, und man kann irgendwie noch so sehr an sich arbeiten, beim nächsten Mal ist man wieder da, wo man genau vorher auch schon war.

Ich stehe auf. Ich mache meine Arbeit.

Einkaufen:
Immer wieder. Jede Woche. Man kauft Dinge, die man braucht. Und welche, die man eigentlich nicht braucht. Und auch noch die, die total unnütz sind. Man macht es immer wieder, jede Woche oder auch öfter. Man macht es einfach. Es nimmt kein Ende. Es muss sein. Und ab und zu macht es sogar Spaß. Den Rest der Zeit raubt es eben diese.

Ich komme nach Hause und sehe das Haus, das seit Tagen, nein Wochen, einer Grundreinigung bedarf. Saubermachen, putzen, Wäsche waschen, saugen, aufräumen. Immer wieder und wieder und wieder.

Im Garten: Unkraut jäten, gießen, Hecke schneiden. Auch immer wieder und immer wieder.

Der ewige Kreislauf, immer wieder und wieder und wieder.

Wozu warum weshalb wieso…
Warum hat man nie die Klamotten, die man wirklich haben will, die man jetzt gerade tragen möchte? Warum sieht das, was man letzte Woche noch großartig fand, heute total idiotisch aus.

Es ist wie Abnehmen und einen Tag verlieren und wieder zunehmen und wieder von vorn und von vorn und vorn.

Immer wieder, immer wieder, immer wieder, immer wieder…


sorry

Ein Gefühl: es ist nicht logisch, es ist überhaupt nicht logisch, es ist sogar ausgesprochen blöd! Draußen ist endlich Frühling, die Sonne scheint und Spaziergänger laufen schwatzend am Haus vorbei.  Und ich bin furchtbar traurig, wütend, unruhig, hibbelig, aufgedreht, schuldbewusst, hilflos und ängstlich. Ich kann mit den Junioren nicht raus, kann nicht mit ihnen spazieren gehen – wir sitzen in der Bude und das Leben rauscht an uns vorbei. Da hilft es mir auch nicht, dass wir am Abend essen gehen. Jetzt bin ich voller Wehmut, sogar voll Zorn. Ich hätte zu gerne die Kraft meiner jüngeren Jahre zurück, dann würde ich mir beide Rollstühle schnappen und eine Runde drehen …