Gartenarbeit

Meine Hände könnte ich euch zeigen, zerkratzt und mit Schürfwunden, inzwischen wieder sauber und die abgebrochenen Fingernägel gestutzt, auch eingecremt und weich – aber so schön sind mittelalte Frauenhände nun auch wieder nicht! Ich könnte auch Gartenhandschuhe tragen – wenn ich denn welche hätte – aber ich wühle gerne in der Erde. Meinen Garten könnte ich zeigen, aber für ein Foto ist es jetzt zu dunkel. Außerdem blüht kaum was im Staudenbeet. Die neuen Rosen sind auch eher noch unscheinbar – jetzt habe ich vier auf der Terrasse, 4 verschiedene Farben und ich freue mich schon, sie blühen zu sehen.

Rosenstacheln, denn Kakteen haben Dornen, pieksen und Regenwürmer haben kein Hirn, denn da kriechen doch zwei auf den Terassenplatten und wären elendig vertrocknet, wenn ich sie nicht gerettet hätte …

Überholspur

Leben geht weiter, auch wenn das eigene vielleicht mit angezogener Handbremse läuft.Um mich herum tobt die Welt im immer gleichen Tempo. Mich überfordert das. Ich kann aber nicht erwarten, dass sich andere zwangsläufig meinem Rhythmus anpassen. So rauscht einiges an mir vorbei.

Heute nicht! Nachdem es ein Missverständnis gab und wir nicht mit spazieren gehen konnten oder sollten oder wollten habe ich die Junioren ins Auto verfrachtet und bin mit Ihnen in die Stadt gefahren – Taschengeld ausgeben und Eis essen.

Eigentlich wollten die Herrschaften nicht von der Miste und mein Unterkiefer sieht noch aus, wie der einer aparten Neandertalerin, aber ein wenig Schminke macht auch einen Zahnarzteingriff fast unsichtbar.

Gut war‘s, dass wir ins Zentrum gefahren sind. Freundliche Menschen waren unterwegs; ein Werkstattkollege mit Betreuer, nette junge Mädels, denen Carsten zuwinkte, ein Iraker, der uns einfach angesprochen hat und mit dem wir ein Weilchen sein Deutsch aufbesserten. Im Spielwarengeschäft war die supernette Verkäuferin… Alles gut, alles paletti!

Bei der Eisdiele am Neckar war draußen kein Tisch mehr frei. Ganz am Rand saß eine hübsche Frau mit Kopftuch, auf diese steuerte ich zu, saß sie doch alleine an einem Tisch. Wir durften uns zu ihr setzen und kamen ins Gespräch. Langsam mit englischen Worten, in deutscher Sprache und sogar auf Arabisch. Edif kam aus Jordanien und war so schön, wie eine Prinzessin.

Seht ihr, manchmal muss man etwas wagen, sich Nischen suchen, auf Menschen zugehen – alles in meinem/der Junioren ihrem Tempo, dann kann ich mir eine Auszeit auf der Überholspur des Lebens gönnen.

Es ist Frühling und wir schaffen manches auch allein!

Frage | 7. April 18

Hast du dir nicht schon einmal etwas gewünscht, was dir unmöglich erschien, in Erfüllung zu gehen?


Meine Oma sagte: „Kind, pass auf, was du dir wünscht, es könnte Wahrheit werden!“ Und, sie meinte es in jeder Hinsicht. Als mich letztens eine Verkäuferin fragte, ob ich noch einen Wunsch hätte, antwortete ich ihr: „Ganz viele, aber die können Sie leider nicht erfüllen!“ Dabei war mir diese Frau sehr sympathisch, nur kannte ich sie eben nicht richtig, weiß nur, dass sie auch oft alleine ist … Hätte ich – sollte ich – müsste ich nicht – könnte, vielleicht? Ich habe mich nicht getraut, sie zu fragen, ob wir nicht einmal einen Kaffee zusammen trinken wollen.