Wenn,

…, ja dann!

  • dann hätte ich morgens keine Bauchschmerzen mehr.
  • dann würde jetzt die Sonne scheinen.
  • dann täte ich im Bett liegen und schlafen – so, wie es die Junioren tun.
  • dann würde ich andere Lieder singen.
  • … keine Gedanken darum machen, wie ich Helfern Absage, ohne dass sie sich gekränkt fühlen. (Was brauche ich Helfer, wenn die Herrschaften das Bett nicht verlassen wollen.)
  • dann hätte ich kein schlechtes Gewissen. Ich mag die Menschen und würde sehr gerne Zeit mit ihnen verbringen, aber ich fühlte mich verpflichtet, die Junioren aus den Betten zu holen – rechtzeitig, damit ich den „Ablauf“ nicht störe.
  • dann bräuchte ich nicht mit der Helferin – weil ich ganz bestimmt für den Nachmittag nicht absage – MenschÄrgereDichNicht spielen.
  • dann wären meine unruhigen Beine bereit zu tanzen.
  • dann hüpfte mein Magen, anstatt schwer da zu liegen.
  • dann hätten wir Kuchen, am liebsten fette Sahnetorte.
  • dann gäbe es etwas sehr gesundes zum Mittagessen.

Aber die Angst hat mich einmal wieder mehr als nötig in Griff und statt, dass sie mir Flügel verleiht, verteilt sie sekündlich mehr und mehr Bleiperlen an meinen Körper.

was Gutes tun

Heute hatte ich einen guten Tag. Ich schnaufe zwar wie eine Dampflok auf Bergfahrt und nebenan blühen die schönsten Gräser und eine Wiese wird das erste Mal gemäht, aber das ficht mich nicht an – mach ich halt langsam und schnauf und schnauf und schnauf …  Mit den Enkeljungs im Auto einmal durch die nahe Großstadt kutschieren, weil der eine Biergarten, der am Stadion, von Polizei umringt und kein Parkplatz zu finden ist. Am Seeschlößchen gibt’s Trampoline und das ist viel besser, als nur ein schnöder Sandkasten …

Mittags wurde ich gefragt, was man mir Gutes tun kann – und mir fiel nix ein!

Nachmittag kam eine Bandfreundin und wir sind eine Stunde mit den Junioren durch die Weinberge – schnauf, schnauf.

Jetzt sind die Junioren fleißig im Probenraum. Wiebke hat wieder hundertmal nach dem Schlagzeug gefragt, das sie haben will und wann ich es ihr kaufe und wann sie endlich damit spielen kann. Ich hätte es ihr versprochen und sie hat nun schon soooo lange gewartet – drei Wochen! Zum Glück kann ich einen Teil für das Schlagzeug vom Persönlichen Budget bezahlen – aber mein Töchting soll nicht denken, wenn sie schnipp macht, dann ist, wie durch ein Wunder, das Krachmacherinstrument da. Bis nach der Kur muss sie sich noch gedulden.

zufrieden

… mit der Morgenarbeit!

Die Rollis sind von langen Haaren, die sich um Radnaben gewickelt haben und vom Dreck befreit. Einige Lackschäden habe ich ausgebessert, sie sind geputzt und vorerst sauber. Die kleinen Lenkräder bei Wiebkes Rollstuhl habe ich ausgetauscht und somit ist die Sitzposition vorne etwas höher und ich hoffe sie fällt jetzt nicht mehr so sehr nach rechts. An der Sitzschale kann ich leider nichts ändern, eventuell bekommt mein Töchting ein kleines Schaffell für ihre wehe Hüfte.

Jetzt schnell noch etwas die Naben ölen …


Kaffee ist fertig und meine Hände automechanikergrau!

Vorsicht

Bleischwer liegen die Gedanken auf der Seele und können nicht zertreten werden, wie ein Gänseblümchen auf der Wiese.
Blassblau ist der Himmel und aus keiner Wolke kann es regnen.
Aus dem Töchtingzimmer klingt fröhliches Kauderwelsch – im Kerlezimmer liegt einer und hebt kaum den Kopf. Eine singt, einer ist zu schwach dazu. Mein Buch liegt ungeöffnet neben mir, der Morgenkaffee ist getrunken und die Verantwortung fürs Wochenende lastet drückend auf meinen Schultern.

Rabenschwarze Seifenblasen schillern, zerplatzen und je nach Lichteinfall bekommen sie die eine oder andere Bedeutsamkeit.