Heute hilft es auch nicht, auf einem Bein zu stehen

Eigentlich möchte ich gar nichts schreiben. Dann tu es auch nicht, werden einige sagen! Doch mein Mitteilungsbedürfnis ist mangels Ansprechpartner zuhause recht groß! Wie ich meine beiden Junioren heute Morgen motivieren soll zu baden – denn beide Betten schwimmen – wie ich es schaffe sie anzuziehen und zu verköstigen, die Betten abzuziehen, in die Waschmaschine stecken, wieder beziehen und den ganzen übrigen Kleinkram an Wäsche, der noch vor der Kur kurz durchgeschwenkt werden sollte – wie ich das alles schaffen soll, das weiß ich nicht!

Jetzt liegen sie noch in ihren Mullen; frieren nicht, stinken nur so leise vor sich hin und draußen regnet’s – kein Grund aufzustehen! Ich werde sie nicht rausschmeißen, ich habe nicht die Kraft dazu …

Was war passiert? Weswegen kann ich nicht?

Kaputt und müde bin ich abends ins Bett und wollte früh schlafen gehen. Dann kam aber das Pokalendspiel dazwischen und Frankfurt hat die Münchner Bayern platt gemacht. Ich habe mich diebisch gefreut, aber mehr und mehr bemerkt, dass meine Atmung immer schlechter wurde. Die Nase schwoll zu, die Bronchien machten dicht. Ich konnte weder durch die Nase, noch durch den Mund richtig ausatmen – meine Lunge fing an zu überblähen. – Ich werde jetzt nicht weiter ins Detail gehen, ich habe den Notarzt angerufen und der wollte mich, als er kam, ins Krankenhaus einweisen.

Sicherlich der beste Ausweg, wenn die Junioren versorgt gewesen wären. Doch wer kümmert sich darum? „Ja liebe Frau, wo ist denn ihr Mann?“ Ja, wo ist der denn? „Tot ist er, ich schmeiß den Laden hier alleine!“ „Hochachtung! Aber ich kann Sie nur auf eigene Verantwortung Zuhause lassen!“
…und weg war er! Natürlich war die ärztliche Versorgung gründlich und kompetent, doch konnte ich nicht umhin ein Kopfschütteln und den imaginären Zeigefinger zu sehen! Was der Arzt sich wohl gedacht hat? Ob er sich was gedacht hat? Er hat nicht danach gefragt, ob ich Hilfe habe oder er welche organisieren könnte, er meinte bloß: „Zum Glück fahren Sie ja bald zur Erholung!“

Aber jetzt ist jetzt und jetzt heißt es zwei schwerstmehrfachbehinderte Menschen baden und versorgen und deren Laune aufrechterhalten. Ich muss drei Koffer packen – Riesenkoffer – ich mag diese Verantwortung nicht. Was ist, wenn ich was Falsches einpacke?

Ich steh‘ im Regen und warte auf Dich, auf Dich
Auf allen Wegen erwart‘ ich nur Dich, immer nur Dich
Der Zeiger der Kirchturmuhr rückt von Strich zu Strich, ach, wo bleibst Du denn nur? Denkst nicht mehr an mich? Und ich steh‘ im Regen und warte auf Dich, auf Dich
Immer warten nur die Menschen, die wirklich lieben
Kommst Du noch nicht? Wie die fallenden Tropfen am Ärmel zerstieben Ich steh‘ im Regen und warte auf Dich, auf Dich
Auf allen Wegen erwart‘ ich nur Dich, immer nur Dich
Der Zeiger der Kirchturmuhr rückt von Strich zu Strich, ach, wo bleibst Du denn nur? Denkst nicht mehr an mich? Und ich steh‘ im Regen und warte auf Dich, auf Dich

Sportschau gucken

Vor mir sitzt ein Knackarsch, der sich diebisch freut – es läuft zwar noch Dritte Liga, aber zum Kerle ist es schon durchgedrungen; der ‚unabsteigbare HSV“ ist abgestiegen!

Da hat einer gefeiert und gefeixt – endlich haben sie es geschafft! Auch ich gönne es ihnen von ganzen Herzen ♥️.

Jetzt darf Frankfurt das Pokalfinale gegen Bayern München gewinnen, dann werde ich vielleicht auch mal wieder Fußballfan!


was Gutes tun

Heute hatte ich einen guten Tag. Ich schnaufe zwar wie eine Dampflok auf Bergfahrt und nebenan blühen die schönsten Gräser und eine Wiese wird das erste Mal gemäht, aber das ficht mich nicht an – mach ich halt langsam und schnauf und schnauf und schnauf …  Mit den Enkeljungs im Auto einmal durch die nahe Großstadt kutschieren, weil der eine Biergarten, der am Stadion, von Polizei umringt und kein Parkplatz zu finden ist. Am Seeschlößchen gibt’s Trampoline und das ist viel besser, als nur ein schnöder Sandkasten …

Mittags wurde ich gefragt, was man mir Gutes tun kann – und mir fiel nix ein!

Nachmittag kam eine Bandfreundin und wir sind eine Stunde mit den Junioren durch die Weinberge – schnauf, schnauf.

Jetzt sind die Junioren fleißig im Probenraum. Wiebke hat wieder hundertmal nach dem Schlagzeug gefragt, das sie haben will und wann ich es ihr kaufe und wann sie endlich damit spielen kann. Ich hätte es ihr versprochen und sie hat nun schon soooo lange gewartet – drei Wochen! Zum Glück kann ich einen Teil für das Schlagzeug vom Persönlichen Budget bezahlen – aber mein Töchting soll nicht denken, wenn sie schnipp macht, dann ist, wie durch ein Wunder, das Krachmacherinstrument da. Bis nach der Kur muss sie sich noch gedulden.

zufrieden

… mit der Morgenarbeit!

Die Rollis sind von langen Haaren, die sich um Radnaben gewickelt haben und vom Dreck befreit. Einige Lackschäden habe ich ausgebessert, sie sind geputzt und vorerst sauber. Die kleinen Lenkräder bei Wiebkes Rollstuhl habe ich ausgetauscht und somit ist die Sitzposition vorne etwas höher und ich hoffe sie fällt jetzt nicht mehr so sehr nach rechts. An der Sitzschale kann ich leider nichts ändern, eventuell bekommt mein Töchting ein kleines Schaffell für ihre wehe Hüfte.

Jetzt schnell noch etwas die Naben ölen …


Kaffee ist fertig und meine Hände automechanikergrau!