ach ja

Ans Nichtstun kann und will ich mich nicht gewöhnen. Mir fehlen die Junioren, obwohl es schöner wäre, die Freizeit würde länger dauern, denn dann hätte ich auch Zeit gehabt dahin zu fahren, wo es mir gut tut.

So trödele ich vor mich hin, genieße die Sonne und lese, lese, lese. Lese sogar wieder Sach- und Ratgeberbücher, aber auch Romane aus den kommunalen Bücherschränken. Eins bringe ich hin und an manchen Tagen habe ich mindestens zwei wieder im Täschchen. Leichte Lektüre, nichts erwähnenswertes – oftmals in Stunden gelesen und am nächsten Tag wieder im öffentlichen Schrank.

Schlampertage – so ganz zufrieden bin ich nicht, weil ich immer viel zu viel alleine bin …

Kurzsehen oder Brille suchen

Ich habe das Glück kurzsichtig zu sein. So kurzsichtig, dass ich ohne Brille Bekannte und Freunde auf der Straße nicht erkenne; was mir oft schon den Vorwurf der Hochnäsigkeit eingebracht hat. Vorteil ist, dass, wer von meiner Sehschwäche weiß, das akzeptiert und ich denen, auch wenn ich sie erkenne, aber im Moment nichts sagen möchte, einfach aus dem Weg gehen kann. – Ich bin ja kurzsichtig! Ein weiterer, viel schönerer Vorteil ist, dass ich so im Bett ohne Brille lesen kann. An die Halbbrillen meiner Altersgenossinnen kann ich mich nicht gewöhnen und auch meine Gleitsichtbrille fliegt, sobald ich ein Buch in den Händen habe, auf irgendeinen Tisch, ein Regal oder sonstige Ablage. Nachteilig ist das nachkommende Suchen, wenn ich die Brille für ‚etwas in der Ferne’ brauche. Meistens weiß ich nur entfernt, wo ich das Ding hingelegt habe…

Seit neuestem habe ich eine randlose superschicke, sehr leichte Brille mit kaum Bügel; sprich: man sieht sie nur mit Brille richtig. Da müsste ich, um meine Brille zu finden, eine andere aufsetzen. Um diese aufsetzen zu können, müsste ich wiederum wissen, wo diese ist.

Jemand wohlmeinendes hat mir geraten doch ein Band an die Brille zu knüpfen, um diese dann bei Nichtgebrauchen um den Hals hängen zu haben. So würde ich mir die Sucherei ersparen… Einen entscheidenden Nachteil hat das aber: ich mag das Gebammelse nicht, es stört mich und obendrein gefällt es mir auch überhaupt nicht.

So halte ich es mit dem Spruch: Wer suchet, der findet!


Jetzt habe ich ganz was anderes geschrieben, als das, was ich ursprünglich wollte. Ich wollte von einem versenktem Buch erzählen – das tu ich dann ein andermal.

keine Krimis

Eigentlich lese ich keine Krimis! Warum, kann ich nicht sagen – es ist einfach so. Aber Mechthild Borrmann, die mag ich. Und das, obwohl ihre Krimis meistens sehr hart und schonungslos sind. Jetzt habe ich dieses Taschenbuch geschenkt bekommen – nicht zum Geburtstag, sondern, weil der Schenker* um meine Leselust weiß. Dass ich diese Autorin sehr schätze, wusste er allerdings nicht und so war er umso erfreuter, als er es gewahr wurde.

Wenn meine Augen nicht so wässrig wären, wenn sie nicht so klüsig wären, wenn mein Kopf klar wäre und ich nicht so dösbaddelig umherstehen müsste, dann hätte ich schon die Hälfte gelesen – so sind es erst ein paar Seiten. Aber eins weiß ich – heute bleibt der Glotzkasten aus und ich lese, lese und lese Trümmerkind

*kein heimlicher Verehrer, sondern ein Nachbar.