Worauf

Worauf wartest du?
Wenn du schreiben will,
dann schreib jetzt. Nachher
hast du das Thema vergessen.

Worauf wartest du?
Wenn du jetzt deinen Herzenswunsch
verwirklichen kannst, mach es,
bevor es zu spät ist.

Worauf wartest du?
Du weißt nicht, ob du später
noch Lust hast zu tun, was du
dir jetzt vornimmst.

Worauf wartest du?
Gehe achtsam mit dir um,
damit du weißt, wie es sich
anfühlt.

Worauf wartest du?
Versöhne dich mit denen,
die dich verletzt haben, damit
du noch mit ihnen lachen kannst.

Worauf wartest du?
Das Leben nimmt keine Rücksicht
auf Terminkalender, es ist
unbestechlich.

Worauf hast du gewartet?

© Petra Ulbrich

Worauf wartest du?

 

Meine rechte Schulter 

Faulsein und lesen
Das sieht, wenn sie blinzeln könnte, meine rechte Schulter – meine Augen sehen gar nichts. Schlafende Augen gucken nicht, oder?

Ich bin erschöpft von der juniorenfreien Zeit – wird höchste Eisenbahn, dass sie wieder aufschlagen… 


Das Buch: Raif Badawi ist ein Symbol der Meinungsfreiheit geworden, weltweit setzen sich Menschen für seine Begnadigung ein. Diese Streitschrift versammelt seine zentralen Blogtexte. Darin beschreibt Badawi die Unterdrückung in einem Theokratischen Staat und fordert Menschen- und Freiheitsrechte. Er prangert die religiös begründete Ungleichheit von Männern und Frauen an und warnt, dass das Verbot freien Denkens Saudi-Arabien und die gesamte Region in einer globalen Wissenskonkurrenz zurückwerfen wird.

Badawi macht klar, was ein Leben unter der Scharia bedeutet. Seine klugen, mitunter sogar witzig-ironischen Texte werfen ein Schlaglicht auf die Zustände in Saudi-Arabien und der Region. In einem aktuellen Text aus dem Gefängnis beschreibt Badawi das Leben in einer Zelle mit Verbrechern und wendet sich speziell an seine deutschen Leser.

Er sitzt seit 2012 in Haft, wurde am 9. Januar 2015 auf dem Vorplatz der Al-Dschafali-Moschee in Dschidda mit 50 Peitschenhieben gezüchtigt. Aber eigentlich ist er zu 1000 Peitschenhieben verurteilt worden – nur, weil er die Wahrheit sagt!