vermutlich krieg ich den Hals nicht voll

  • Herpes Zoster am Hals – es juckt wie Bolle und fängt langsam an, weh zu tun. Carsten ist zum Glück nicht anfällig, aber Wiebke meldet bei Herpes jedesmal laut: Hier! Wie ich sie nicht anstecken kann, weiß ich nicht – bei dem engen Körperkontakt, den wir zwangsläufig haben. 
  • Plätzchen habe ich keine mehr gebacken. Die JVA-Heilbronn hat einen kleinen Stand auf dem Weihnachtsmarkt und verkauft dort leckere Kekse. …und das zu einem fairen Preis. Da ist für mich klar, dass ich nicht mit einem ansteckenden Hautausschlag in der Küche stehe und selber backe.
  • Bücher habe ich nun auch genug. Heute Mittag kam ein Päckchen mit Lesefutter. Danke Kat!
  • Die Junioren singen seltsame Lieder! „Mama wir machen das, weil unsere Geheimsprache so schön weihnachtlich klingt!“ Carsten dirigiert, Wiebke lacht sich krumm und schief. Da sie sich während des Singens die Schuh auszieht, fällt sie wirklich fast vom Rolli.
  • Der Kerle erzählt mir gerade, dass das Essen in der Werkstatt soooo lecker war und er einen ganzen Teller voll gegessen hätte. Das Töchting relativiert und meint lapidar: „Das war ein Minitellerchen, aber er hat aufgefuttert!“ Es gab Pizza mit Mais. 
  • Ich hatte mir Sushi gekauft – war auch superlecker. Sushi mochte MamS nicht!

dringend Leben

Und sobald du glaubst die Antwort zu kennen, ändert das Leben die Frage…

Gestern Abend auf einer Weihnachtsfeier fragte mich ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der hiesigen Offenen Hilfen: „Wie schaffst du das alles nur?“ Sehr dankbar war ich ihm, dankbar für diese Frage. Aber an dem Abend wollte ich ihm nichts sagen – zumal ich ihn erst sehr kurz kenne. So, oder so ähnlich habe ich dann auch geantwortet. Er hat verstanden.

Allerdings hat er etwas in mir in Gang gesetzt. Wer fragt mich? Ich funktioniere und manchmal geht alles gut. Manchmal schaffe ich meine Arbeit mit links und mit großer Freude – immer mit großer Liebe. Aber manchmal verzweifle ich auch. Dann überfällt mich eine dunkle Macht mit einer mörderischen Trauer voller Tränen und Selbstmitleid. Ich schaue auf das andere Sofa und heule, bin wütend…

Heulen kann ich dann besonders gut, wenn das Loch sich nach schönen Ereignissen auftut und ich gnadenlos hineinfalle. Erst der wunderbare Bandauftritt – der Referent hat sich bei mir und dem stellvertretenden Bandleiter noch einmal sehr bedankt – dann die Weihnachtsfeier mit netten Menschen. Wenn etwas besonders gut war, dann falle ich. Dann kommt der Wehdam und ich bin ein heulendes Elend. Dann bin ich noch mehr allein, komme mir verloren vor und schaffe, schaffe, schaffe nur – irgendwie. Dann vermisse ich Anerkennung, Mitgefühl und ein bisschen Zuneigung von außen.

Dann bin ich  kratzbürstig und komisch – schrecklich ambivalent und ich verstehe mich selber nicht! Aber ich bin wütend, dass ich so allein gelassen wurde und merke, dass ich meine Trauer mit meiner Funktionalität unterdrückt habe. Es wird dringend Zeit – und ich brauche dringend gute Freunde…

…und andere Fragen und daraus resultierende Antworten!

Trezoulé

Bin unruhig, angstvoll, traurig mit Augenschmerzen, alleine, es regnet leise Schneeflöckchen, es rinnen warme Tränen. Ich fühle mich überfordert, ausgenutzt, in Stich gelassen – und dann kommt von ganz woanders ein Engel und hilft für einen kurzen  Moment in der Not!

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Meine Kraft, die ich draußen verbrauche, kann ich drinnen nicht voll auftanken. Carsten & Wiebke sind aufgeregt – die Band spielt in Stuttgart auf der Weihnachtsfeier des Sozialministeriums. 🎄

Du Mama

… ich bräuchte mal wieder einen Trödeltag im Bett!

Es regnet sowieso und der Wind pfeift ein Lied, das gar grauslich ist – ein schönerer 2. Advent kommt dieses Jahr nicht mehr.

Ich freue mich über jeden Kommentar – sind sie doch ein Zeichen, dass der Text gelesen wurde. Danke!