Sie sind wieder da

Die Junioren sind gestern Abend wieder heil und (!) gesund im Heimatort angekommen. Sie hatten eine schöne Zeit, auch wenn der Kerle  gekotzt hat – die Betreuer sind damit sehr gut klar gekommen, haben Carsten einfach umgezogen, ihm seine Freiräume gelassen und ansonsten nicht gedrängt. Gut, das geht im Urlaub besser, als zuhause und fremde Menschen sind nicht so nah dran wie ich – aber es funktioniert. Carsten sieht aus wie ein Spitzmäuschen – ich werde päppeln müssen. Wiebke hat einfach nur genossen und ihr Ding durchgezogen. So möchte ich das auch können!

Hier sind nun kleinere Hügel an Wäsche zu waschen, das Wetter lädt dazu ein, im Bett zu bleiben, eventuell heiße Suppe zu essen – kurz, alles das zu tun, was wir monatelang nicht machen konnten …

So long – ich bin nicht mehr allein und die Einsamkeit hat grad wenig Chancen sich breit zu machen. Ich weiß aber, dass auch wieder andere Tage kommen – deswegen werde ich schweigend genießen!

nicht passwortgeschützt

Ich tät‘ jetzt so gerne einen passwortgeschützen Beitrag schreiben, mache es aber nicht. Depressionen sind in aller Munde, in allen Medien und momentan salonfähig. Wie lange? Bis was Neues kommt? Dabei sind Gemütserkrankungen, wie es schon früher hieß, keine Moderescheinung. Wer will diese Mode schon haben? Ich nicht. Ich hasse diesen Wehdam. Ich mag diese Trauer, diese Angst nicht – diese undefinierbare.

Jetzt wird sicherlich so mancher anmerken wollen, dass ja kein Wunder ist, dass ich traurig bin. Sicherlich gibt es gute Gründe. Meine Kinder sind mehrfachbehindert, ich selber habe Fibromyalgie und ein Lungenemphysem. Aber damit bin ich lange Zeit gut klargekommen. Seit längerer Zeit ist es aber so, dass zur normalen Antriebsschwäche, eine Lethargie hinzukommt – ich schaffe gar nichts mehr. Alles strengt mich unbändig an, vieles wird mir zuviel. Wenn Carsten (fast) jeden Tag mit Wechselwäsche nach Hause kommt und Daheim dann auch noch kotzt mag ich das hier nicht mehr schreiben – es ist Alltag geworden. Sch…alltag, zermürbend. Wenn Wiebke jedes Mal ein Theater macht und zusammenzuckt, wenn Carsten nur hustet, dann ist das für mich immer eine Qual, sie so mitleiden zu sehen. Wenn dann der Kerle absichtlich seine Schwester in Panik versetzt und diese deswegen schreit und Randale macht, dann überkommt mich der hochheilige Zorn. Diese, meine Hilflosigkeit nagt an mir und ich weiß nicht ein noch aus.

Wenn meine seelische Verfassung stabiler wäre, dann … Tja, was wäre dann? Hätte ich dann mehr Kraft? Habe ich nicht genug Kraft? Ich habe viel Kraft …

… und jetzt höre ich auf, setze den halbfertigen Beitrag ins Blog und denke nicht, dass es euch nichts angeht, denke nicht, dass ich eventuell den Nerv der Zeit nicht getroffen haben könnte, denke nicht so viel etc. pp. Morgen fahren die Junioren in Urlaub und ich muss noch Koffer packen. Habe ich schon einmal gesagt, dass ich Koffer packen hasse?