Winnewinnewippa

Wenigstens dem Töchting geht‘s besser – dem Kerle geht‘s eh gut, aber er pennt! Ich habe seit Tagen Untertemperatur (35,5°) und friere, wie das Ulmer Schneiderlein. Hühnersuppe wäre fein – doch, wer kauft ein? Frieren ist nichts für Feiglinge.

Vom Töchting kann ich im Moment lernen, dass man Dinge, die man nicht ändern kann, einfach hinnehmen soll. Aber sie hat schließlich auch einen Lieferservice und jemanden, der sie um- und versorgt. Ihre Lieder sind mein Lohn! 

Winnewinnewippa klingt es fröhlich, ab und zu ein jauchzen und zwischendurch ein kleiner Ruf nach Kakao – daraus wird dann ein Kakaolied mit Leberwurstbrot…

Wenn morgen eine junge Helferin kommt und mit uns Mumien schauen geht, dann freu ich mich sehr.

geht weiter

Wiebke hat Fieber und nöckelt. Es ist nicht lustig – aber sie macht es ja nicht mit Absicht. Kopfweh hat sie. Hört das eigentlich nie auf? Dieses ewige kränkeln! 

Der Kerle ist fit. Carsten freut sich auf die Logopädin. Aber auch seine Atmung ist angeschlagen und er schnauft schwer. Das nervt ihn und so hat er miese Laune und als ich ihm heute Morgen die Zehennägel schneiden wollte, hat er Dinge geschrien, von denen ich schockiert war. „Ausländer raus!“ Wo hat er das her? Er sagt, aus der Werkstatt. Was geht da ab? 

Wir hatten ein langes Gespräch. Der Kerle ist geknickt – ich glaube, er hat verstanden. Aber wahrscheinlich wollte er mich nur provozieren… Dennoch besteht großer Handlungsbedarf und wir müssen reden, reden, reden!

diskutieren – morgens

Oh Leute, jeder Morgen – jedenfalls jeder Werkstattmorgen gleich. Hier wird diskutiert um jeden Schei.! Egal, was wir am Abend beschlossen haben, das T-Shirt, der Pullover ist nicht richtig. Wiebke ist da ganz Frau und hat eigene Vorstellungen, wie sie auszusehen hat. Nur dumm ist, dass es die Klamotten, die sie so gerne mag, in ihrer Größe gar nicht gibt. 

Noch blöder (ein anderes Wort fällt mir dazu nicht ein) ist, dass es für Carstens Größe nur Kleinkindkleidung gibt – mit Motivbildchen und viel zu kurzen Ärmeln. Dass mit den Ärmeln ist manchmal schon ein Problem, denn die Proportionen stimmen bei meinem Sohn überhaupt nicht. Einfach ein Bündchen annähen ist nicht immer angebracht. Da sind wir froh, wenn’s Sommer ist. Besonders Jacken sind am Leib zu lang, zu breit und die Ärmel zu kurz. Ganz abgesehen davon, dass die Kapuze viel zu groß ist.

… und nun gibt es hier in der nahen ‚Großstadt‘ auch noch fast keine Bekleidungsgeschäfte mehr, die hochwertige Kinderkleidung verkaufen. Hochwertig deswegen, weil diese am wenigsten kindermäßig ist. Ich mag meine Junioren gerne modisch anziehen – aber auch altersgemäß. Ergo, brauche ich eine Menge Zeit um Klamotten einzukaufen!

Nächste Woche haben beide Geburtstag!

Wir diskutieren aber morgens auch jeden Tag ums Frühstück, das sie mit in die Werkstatt nehmen. „Müsli mag ich nicht!“ „Käsebrot hatte ich gestern!“ „Obst ist eklig!“ „T. sagt, ich soll keine Cola mitnehmen!“ – Dabei trinkt der Kerle nichts anderes und unser Doc meint, dass es ihm nicht schadet, weil er dann wenigstens etwas trinkt. Wiebke lässt den Kakao stehen und muss – ganz schnell, der Busfahrer steht schon in der Tür, sie hat den Anorak an – die Flasche leertrinken.

Alles ist gut – ich geh heute erst einmal für mich Klamotten kaufen. Morgen Geburtstagsgeschenke und dann werden wir weiter sehen.

Habt alle einen entspannten schönen Tag!

Wenn ich Kommentare bekomme, dann freu ich mich sehr. Übrigens haben die Junioren der Veröffentlichung des Bildes zugestimmt!