kein Abschied | Trauer

meine Gedanken von vor fünf Minuten!

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

25 Gedanken zu „kein Abschied | Trauer“

    1. Ist das ein Vorwurf, weil es doch schon so lange her ist? Trauer braucht einen Platz – und das muss nicht der Friedhof sein. Aber trauern braucht auch Zeit und Gelegenheit – und daran fehlt es mir und an einem Menschen, der mich dabei (liebevoll) unterstützt.

  1. Welch ein verstörender abruppter Abschnitt von Leben. Deine gesprochenen Gedanken machen so einen Moment bewußter um in die Trauerarbeit einfließen zu können.
    Und bei dem schönen Wetter nicht raus können – das kann ich wie immer nachfühlen. Mich packte die gleiche Sehnsucht ohne Hoffnung auf eine Schiebehilfe.

  2. Oh Gott, wie schrecklich! Jeder sollte möglichst, unter allen Umständen, dabei sein, wenn ein/e Liebste/Liebster stirbt, oder im Koma liegt, oder gerade gestorben ist. Das Gerede von „ich möchte sie/ihn so in Erinnerung behalten, wie sie/er war“ habe ich schon immer für Blödsinn gehalten, weil in der Erinnerung tausende Bilder gespeichert sind, die alle abrufbar sind, auch die schönen. Die letzte Stunde ist so wichtig, weil man es dann leichter glauben kann.
    Aber selbst dann kann es passieren, dass man die/den Liebste/n noch monatelang sucht und nicht fassen kann, dass sie/er nicht mehr da ist…

  3. Wie gern würde ich dich jetzt in den Arm nehmen! Es sind auch deine Geschichte und die Gespräche mit dir, die bewirkt haben, dass ich meinen Prinzen niemals aus dem Haus lasse, ohne „Ich liebe dich“ zu sagen (nicht mal mit dem Hund um den Block) und ohne diesen Satz gehen wir nie schlafen.

  4. deine worte gehen mir sehr nahe.
    du drückst das mit deiner stimme so wunderbar aus und ich weiß, du hättest zeit gebraucht um dich von deinem liebsten zu verabschieden. wenigstens noch einige zeit neben dem totkranken oder verstorbenen sitzen, ihn streicheln, mit ihm sprechen. sich drauf einstellen können, dass er in eine andere welt geht.
    wie muß dir das alles fehlen.
    es ist lachhaft, was ich jetzt sage (gegen den tod eines menschen), aber als ich vor 5 jahren meine kleine 5 jährige, plötzlich schwer erkrankte hündin um mitternacht 80km weit ins tierspital brachte und dort lassen mußte und wir am nächsten tag erfuhren, eben als wir abfahren wollten, sie zu besuchen, dass sie mittag gestorben ist, da überfiel es mich heftig, weil ich mich nicht von dem geliebten, treuen tier verabschieden konnte, das macht mir heute noch sehr zu schaffen.
    wie schlimm muß es dann bei seinem liebsten sein, wenn man nicht abschied nehmen konnte.

  5. Krass – als Audio geht das nochmal viel, viel tiefer, als wenn du die Worte hier aufgeschrieben hättest. Trauer kennt keine Zeit, da stimme ich dir voll und ganz zu. Sie wird zum Begleiter des neuen Lebensabschnitts. Danke, dass du uns mitgenommen hast, dieses kleine Stück.
    ♥ bigi

    PS: Das Foto ist unglaublich schön. Hast du das gemacht?

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