Sonntagmorgen

Wiebke singt Papalieder. „Papa nit nit.“ Fröhlich ist sie. Vielleicht ist das Bett wieder nass – aber sie will nicht aufstehen. Ich lasse sie. So wie ich Carsten lasse, der seinem Fritzle die Hand hält und schlummert – nicht mehr schläft, aber auch noch nicht wach ist. Der Töchting ihr Kakao ist leer, der Himmel grau und weint schon seit Stunden. Am Haus gegenüber haben die Fenster sich noch nicht abgeschminkt, doch die Wimperntusche hat Spuren hinterlassen. In den Pfützen spiegeln sich die kahlen Bäume. Es ist nicht kalt – winterlich nass, aber dunkle graue Wolken jagen sich.

Hektik. Autos fahren schneller, als es die Dreißigerzone erlaubt. In der Feuerwache geht das Licht an. Die Tore öffnen sich und plötzlich wird es laut. Wiebke schreckt auf. Carsten spekuliert, dass auf der Autobahn bestimmt (!) ein schwerer Unfall ist. Ich zünde eine Kerze an und mache mir noch einen Kaffee…

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

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