ein eigener Kosmos | in mehreren Seiten

10:45 Uhr  Carsten schläft noch. Soll er auch! Oder vielleicht besser nicht, denn der Sonnabend verspricht sonnig zu werden und wir sollten spazieren gehen. Es wäre nur gut. Wir sollten es tun. Auch ich sollte mich aufraffen. Aber habe ich die Kraft zwei Menschen zu motivieren, wenn ich selber nur verstandesmäßig dazu bereit bin?

Gerade heute hat mich die Trauer gepackt. Ich denke an MamS und die Gespräche mit ihm. Auch daran, dass er mich tatsächlich auch manchmal hängen ließ. Mich aber dann, auch wieder auffing. Wer fängt mich jetzt auf? Vor den Kindern weine ich nicht – Wiebke singt fröhlich Kirchenlieder in ihrem Zimmer an ihrem Schreibtisch. Sie vermisst – im Moment – nichts. Den Zopf, den sie sich gemacht hat, werde ich gleich – bevor wir am Nachmittag doch ein bisschen an die frische Luft gehen – entwirren, Dann wird sie mit mir schimpfen und ich werde ganz vorsichtig um jedes lange Haar bangen und Knötchen für Knötchen auskämmen.

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

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