Manchmal

Bin ich alt? Bin ich nicht zeitgemäß? Bin ich borniert, oder antiquiert? Mich kotzt dieses Zurschaustellen im Internet an!

Twitter, so scheint es, ist ein offenes Medium – wer es zu nutzen weiß und; wer ausreichend Follower hat. Diese bekommen viele, indem sie populistisch mit der Masse schwimmen. Hauptsache #hashtags! Spricht da der Neid aus mir? Sicherlich auch! Bestimmt auch. Was da teilweise abgeht, erschüttert mich. Wie von den verschiedensten Seiten gehetzt wird, gegen scheinbar rechte, linke, farbige, behinderte usw. usf. Menschen, lässt mich Bauchschmerzen kriegen. Wenn Menschen krank sind und nicht mehr weiter wissen, die Reißleine in irgendeiner Form ziehen – es gibt immer welche, die sich darüber lustig machen! Wenn Menschen um Hilfe rufen, kann es gut sein, dass das in diesem Medium ganz schnell untergeht! Deswegen, weil manche Menschen keine Lobby haben…

Ich kann das jetzt nicht weiter ausführen, weil ich erstens nicht das nötige Nowhow habe und Twitter, zweitens für mich, ein undurchschaubares Konglomerat ist, das ich (leider) nicht durchschaue. Zu gerne würde ich diese Plattform selber für meine Belange nutzen, finde aber kein Gehör und bin enttäuscht.

Wisst ihr, gestern habe ich mit keinem erwachsenen (wenn man davon absieht, dass ich die Junioren versorgt, umsorgt und betreut habe) Menschen geredet. Ein richtiges, mich forderndes Gespräch, hatte ich schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr und dann verhallt meine Bitte (Ja, ich bin dankbar, dass sich wenigstens ein paar Menschen bemüht haben) ins Leere. Eigentlich bin ich nicht nur enttäuscht, sondern sogar sehr traurig.

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Asperger-Autistin bin ich obendrein. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

9 Gedanken zu „Manchmal“

  1. Ich muss gestehen, dass ich von Twitter bis jetzt mehr die positiven Seiten wahrgenommen habe – auch wenn ich nicht wirklich viel Zeit dort verbringe. Aber letztlich ist es ein Meinungsmedium wie viele und dementsprechend kursieren da natürlich auch Meinungen, mit denen man lieber nichts zu tun haben möchte.

    Es stimmt allerdings, dass man schnell untergeht und auch die vermaledeiten Hashtags spielen da ihre Rolle. Leider bin ich da nicht sehr souverän drin und gerade bei einem Anliegen wie deinem vom Samstag ist es doppelt schwer, was „passendes“ zu finden. Dementsprechend fiel dann leider auch die Resonanz/Verbreitung aus 🙁 .

  2. Für Twitter habe ich keine Zeit und ich möchte auch gar nicht dabei sein, man muss ja nicht immer mit dem Strom schwimmen.
    Am Wochenende geht mir das auch manchmal so, sonntags besonders. Siehe folgende mail.

  3. Ich habe mich noch nicht so richtig an Twitter herangetraut, weil mich diese Vielzahl an Äußerungen immer zu erschlagen droht.
    Deine Traurigkeit kann ich sehr gut nachvollziehen, ich wünschte, es gäbe eine einfache Lösung dafür.

  4. Bloggen ist Schreiben, in etwa vergleichbar mit Kurzgeschichten , Gedichte, Aphorismen, Briefe, Tagebuch schreiben, und hat sehr wohl etwas mit dem realen Leben zu tun, nämlich mit den Erfahrungen, die die Blogger im realen Leben machen und anderen mitteilen.

    Eine Scheinwelt kann man natürlich mit einem Blog auch errichten, unter fremdem Namen, mit gelogenen, fiktiven Erlebnissen. Und Bloggen und Kommentieren ist kein Ersatz für Gespräche und Kontakte in der realen Welt mit wirklichen Personen.

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