Autorpetra ulbrich

Viertausendzweihundertsiebzig

Den Betrag in € – dann habt ihr eine Sitzschale für einen vorhandenen Rollstuhl und die nötige Reparatur desselben. 

Hilfsmittel sind schweineteuer!

pragmatisch und nachdenklich

Die Sonne scheint, der Himmel ist blau – ein schöner Spätsommertag kündigt sich an. Dass ich dennoch nachdenklich bin, liegt auch daran, dass die Junioren heute zur Knochendichtemessung müssen/dürfen/sollen. Ob es uns schlussendlich etwas bringt, wir vermehrt neuerliche Knochenbrüche vorbeugen können, ist fraglich. Bei einem Glasknochendefekt spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass es eigentlich müßig ist zu wissen, dass die Knochen im Alter wieder leichter brechen.  Trotzdem möchte ich gerne wissen, was in der nächsten Zeit – so eine fortgeschrittene Osteoporose festgestellt wurde – auf uns zukommt. Abgesehen davon, dass Carsten in der letzten Zeit sich lediglich die Zehen gebrochen hat und Wiebke vermutlich nur den kleinen Finger – abgesehen davon, sind auch die kleinsten Knochenbrüche schmerzhaft und wenn wir etwas dagegen machen können, wäre das fantastisch!

Mir geht aber noch so viel mehr durch den Kopf. Die Waldrodung im Hambacher Forst, mit welcher Gewalt wird dort ein Stück Kulturlandschaft zerstört. Heute Morgen habe ich gehört, dass dieser Wald 1200 Jahre alt ist – eintausendzweihundert – RWE zerstört das für einen Brennstoff, der eh keine Zukunft hat. Der Wald hätte sie, die Zukunft. Ganz am Rand ist Herr Maaßen ein Thema. Aber über diesen Menschen und unseren Innenminister ist in letzter Zeit so viel gequatscht, klug geredet und geschwafelt worden – ich will nicht auch noch. Die Pflege ist mein Thema und das Geld, was Altenpfleger bekommen – reichlich wenig. Auch mich betrifft es und da beißt sich die Katze in den Schwanz – ich müsste, wenn Pflegekräfte das verdienen, was sie verdienen müssten, auch mehr Geld zu Verfügung haben, um Helfer bezahlen zu können. Es gibt nur keine Helfer und es gibt keine Pflegekräfte. Jedenfalls keine jungen belastbaren! Ich glaube, ich lasse es lieber. Ich darf mich darüber nicht aufregen, ich sollte es und auf die Straße gehen – aber dafür fehlt mir die Kraft, die ich anderweitig dringend für die Pflege der Junioren gebrauche.

… nee, ich bade jetzt Carsten – der bringt mich wieder auf andere Gedanken!

 

ein Gedicht nur in Worten

Bitte – es liegt mir fern jemanden zu verletzen! Ein Schnellschuss von heute Abend.

Meine Maus hat einen neuen Schwanz

Mein Mäuschen, das ich früher überall mit hingeschleppt habe, das, weil es so abgeliebt war und dadurch seinen langen Schwanz verlor, hat wieder einen. Sicherlich ist es keine Wertsteigerung – die Fahne vom Knopf hatte ich selber schon abgeschnitten, weil sie mich störte – und ganz rasserein ist das possierliche Tierchen auch nicht, aber endlich trage ich meine „Ratte“ wieder mit mir herum.

Heute ist ein wichtiger Tag. Meine Augen schmerzen vom Weinen. Es ist viel passiert, es kann in einer kurzen Woche sehr viel passieren. Vertrauen kann aufgebaut werden, aber noch schneller einstürzen. „Mama, warst du bei der Seelenärztin?“, fragt mich Carsten: „Kann sie dir helfen?“ „Ich hoffe sehr!“ „Das ist gut!“ Vier Sätze, ein Gespräch mit einem behinderten Menschen, der mehr Empathie hat, als mein allgemeines Umfeld. Nicht weil er mein Sohn ist, sondern weil er einfach ein besonderer Mensch ist, der die Gabe hat, Menschen zu lieben! Jeden Menschen!

Ich war bei der Seelenärztin. Leider erst einmal nur für ein paar Termine – tiefenpsychologische Gesprächstermine – so, wie ich es mir gewünscht habe. Vergangenheitsbewältigung. Einerseits habe ich eine panische Angst, meine Geschichte zu erzählen – eine Geschichte, die viele Mädchen in meinem Alter erzählen könnten. Andererseits drängt es mich, endlich diese verkorkste Familiengeschichte aufzudröseln.

Die Maus braucht ihren Schwanz – sonst ist sie nicht vollständig. Und da ich mit der Maus alt werden will, bekommt sie (im übertragenen Sinn) einen neuen – auch wenn er nicht hundertprozentig stimmig ist. Meine Erinnerungen sind es nämlich auch nicht.

Es sind kryptische Gedanken und es sind auch nicht die einzigen, die mich umtreiben. Eins weiß ich, dass ich Enttäuschungen, die unweigerlich immer wieder kommen, dass ich diese nicht mehr so dicht an mich heranlassen darf und ich will mich endlich selber kennen lernen!

Euch allen wünsche ich einen wundervollen Spätsommerabend – denkt an euch!

Stichworte

  • unausgeschlafen – weil wieder die Geister tanzten
  • trotzdem fröhlich – weil es die Junioren auch sind
  • aufgeregt – weil ich gleich einen wichtigen Termin habe
  • ungeschminkt – das muss ich noch ändern
  • atemlos – na ja, wie immer
  • hungrig – aber ich muss dringend die Rettungsringe loswerden
  • Tee trinkend – weil Kaffee grad gar nicht schmeckt

Das ist auch ein Beitrag zum Hambacher Forst!

Kürzestgeschichte

In meinem Traum war ich viel größer. Eine Riesin in niedlichen zierlichen japanischen Pantoffeln.

Ich ging an einem weißen warmen Meeresstrand spazieren. Da sah ich eine Glasscherbe. Eine, die in den unterschiedlichsten Farben schillerte. Eine, in der sich die Sonne brach und die ein kleines Universum in sich barg.

Was war da drin?

Ich machte mich klein, wurde winzig groß und begab mich in eine mir sehr unbekannte Welt.

Wunderbare Sphärenklänge umgaben mich und ich  – obwohl ich mit Esoterik überhaupt nichts anfangen kann – ich genoss diese Stimmung sehr.  Ich stand auf einem Planeten, der vollkommen durchsichtig war, alles war durchschaubar, nichts wurde vertuscht und niemand hatte etwas zu verbergen. Alles war friedlich und keiner litt Not.

Plötzlich hörte ich einen Knall. Schwarze Wolken stieben auf. Ein dunkles Wesen kam um die Ecke. Aber da war auch die Polizei schon zur Stelle und …

… absorbierte die finstere Macht. Ein schönes Feuerwerk blieb übrig.

Ich bekam meine normale Größe wieder und stand auf einem blauen Planeten, den ein Mond umkreiste und der eine Sonne als Lichtquelle hatte. Gerade wollte ich zurück in die Traumwelt, als ich bemerkte, dass es Leben auf diesem blauen Planeten gab.  Ich stand vor einem rauschenden Meer, in der Ferne lachten Menschen und vom Fest her wehte die Melodie des Lebens.

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