das Leben ist immer für mich

Ein Titel, den manche oder gar viele Leute mir nicht zutrauen – ich, die doch immer was zu mäkeln hat!? Ich liebe das Leben, so sang Vicky Leandros. Kann sein, dass das nur eine Schnulze ist, aber auch solche haben ihre Berechtigung.

Das Leben ist für mich. Nicht immer, aber ich habe nur eins. Ich spüre es! Es gibt Menschen, die sagen: „Das Leben muss wehtun, sonst merkt man es nicht!“ Ich selber bin mir da nicht so sicher. Schmerzen sind nicht notwendig um etwas zu merken. Wenn’s denn so wäre, dann lebe ich heute sehr intensiv. Wie Frida Kahlo komme ich mir vor. Vermessen. Gebrochen, auseinander gebrochen, Wirbelweise. Noch nie hatte ich solche Rückenschmerzen! Demütig denke ich an meine Junioren und andere Menschen, die ständig damit leben – ich werde demnächst tunlichst meine Klappe halten, still und sehr dankbar sein, dass nur meine Hartnäckigkeit aufmuckt. 

Das Leben ist immer ein Geschenk und Geschenke – so habe ich einmal als Kind gelernt – darf man nicht mutwillig mit Füßen treten oder gar wegwerfen. Es hat niemand gesagt, dass das Leben ein Zuckerschlecken ist und FriedeFreudeEierkuchen – nimm’s an, das Leben! Es ist dein’s, du hast nur eins!

Himmel die Berge, was für eine pathetische Schreibe …

nerven

 Liegt es daran, dass ich nicht fit bin? Oder an meinem Alter? Oder hat sich mein Geschmack einmal wieder gewandelt und die Themen, die Schreibe, das Reden, die Bilder und auch das Sehen der anderen Menschen ist nicht mehr mit meinem kompatibel? War es das überhaupt jemals vollends? Ist es vielleicht auch das, dass ich manches nicht machen kann, was andere, ohne mit der Wimper zu zucken, tun?

Ich möchte frei sein! Frei in Gedanken, das sagen können, was ich sagen will. Ich habe das Gefühl auszubluten, anämisch zu werden, langsam aber sicher immer unsichtbarer, nachts in der Dunkelheit aufzugehen und morgens nur schwer wieder zusammensetzbar zu sein. Ich gehe auf die Terrasse und sitze, in den Bart murmelnd, vor der Zitronenmelisse, denke an Caipirinha und stelle fest, dass Melisse darin nichts zu suchen hat. Müde suche ich meinen Weg ins Bett, in dem ich nicht schlafen kann, weil sehr bald ein Geburtstag kommt, der nie wieder gefeiert werden kann, ohne traurig zu sein. Wir werden ihn nicht begehen – nein, ganz bestimmt nicht. Trotzdem!

Was interessiert euch? Das, was ich schreibe doch sicherlich nicht. Ich muss weg. Hier weg. Aus dem Alltag. Neues wagen. Adjektive weglassen. Reduzieren. Noch mehr. Das ist es, was mich nervt. Dieses ausschmückende Schöngerede – es bleibt kein Raum für eigenes. Es erdrückt, zumindest mich. Nichtigkeiten zu Wolkenrokokowasserluftgartenschlößern  aufgepumpt, die platzen wie Seifenblasen. Ich mag die schillernden Gebilde – nur aufgeblasene Geschichten stören mich.

Heiße Luft kann ich im Sommer nicht gebrauchen …

langweilig

  • Es passiert nichts. Die Luft ist raus. Aus den Fingern werde ich mir auch nichts saugen. Ja, es fallen mir noch nicht einmal Geschichten ein – stubenreine und weniger stubenreine! Einzig über die doppelte Verneinung des ehrenwerten US-amerikanischen Präsidenten bin ich gestolpert – so viel intellektuelle Fähigkeiten hatte ich ihm – der doch sonst immer sehr gerade heraus ist – dann doch nicht zugetraut. Ach so, die CSU hat erschreckend gute Umfragewerte. Noch 39% der Bayern würden sie wählen – für die Alleinherrschaft reicht das nicht – aber es ist trotzdem noch erheblich zu viel.
  • Das Fernsehprogramm gibt mit Matschbirne – auch wenn ich fast ausschließlich öffentlich Rechtlich gucke – nichts her. Die ewig gleiche Sommerlochsch…..
  • Lesen geht nicht, es verschwimmt alles vor den Augen, in denen kleine Mouches herumschwirren. Sie machen mich, obwohl ich sie schon lange kenne, kirre. Dabei habe ich einen ansehnlichen Stapel ungelesener Bücher, der,  wenn er nicht weiter wachsen soll, endlich einmal abgetragen werden muss.
  • 38,4° ist kein Fieber, sagt mein Doc; deswegen kommt er nicht: „Schonen Sie sich. Geben Sie Arbeiten ab. Machen Sie langsamer.“ Ich darf ja gar nicht klagen, weil dann wieder ungebetene Ratschläge angepfeffert kommen.
  • Mein leeres Bett wartet …

Tag

Wenn der Tag beginnt, dann beginnt das Leben! Oder heißt das anders? Heißt es nicht auch: wenn du ab einem gewissen Alter nicht über Gebrechen und Krankheiten redest, dann bist du tot? Ich habe keine Lust über die Zipperlein zu sprechen, auch wenn ich gleich zum Neurologen beziehungsweise Psychiater gehe. Auch dort weiß ich nichts – mir fällt’s bloß immer hinterher ein…

Auf – Zackig – Los. Das Leben wartet!

Nachmittags gegen kurz vor drei: Und jetzt wird‘s doch medizinisch! Ich bin richtig krank, mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, frierend, müde und schlapp. Ich kann mir das gar nicht leisten – es ist nicht nur die Fibromyalgie!