Als ich ein Kind war

Als ich ein Kind war, fragte ich mich immer: warum sind die Menschen so unfreundlich zueinander?
Als ich ein Kind war, fragte ich mich: warum verletzen sich die Menschen gegenseitig?
Als ich ein Kind war, verstand ich die Welt mit ihren Menschen nicht und ich floh in meine Traumwelt.
Heute verstehe ich die Welt und ihre Menschen besser, aber in meiner Traumwelt sind sie immer noch ganz anders …
Heute kenne ich viele Menschen die auch träumen …
Heute weiß ich, jeder Mensch muss bei sich selber beginnen, um seinen Traum zu verwirklichen.

piri ist wieder da

Ja, ich möchte wieder piri sein – meine alte Unbeschwertheit erlangen, meinen Witz wieder finden, Kind sein, albern sein, fröhlich werden.

Ich weiß natürlich, dass das alles nicht an einem Namen hängt – sechzehn Jahre alt werde ich dadurch nicht mehr werden und den Spitznamen piri bekommen. Den Film: Ich denke oft an Piroschka mag ich noch immer nicht, aber den selbstgewählten Namen – und dieser heißt nicht der Felsen, ist nicht starr, hat etwas leichtes, das ich mir zurückerobern möchte…

Nennt mich piri – und wie petra kleingeschrieben!

Worauf

Worauf wartest du?
Wenn du schreiben willst,
dann schreib jetzt. Nachher
hast du den Gedanken vergessen.

Worauf wartest du?
Wenn du jetzt deinen größten Wunsch
erfüllen kannst, mach es,
bevor es zu spät ist.

Worauf wartest du?
Du weißt nicht, ob du im Alter
noch Lust hast zu tun, was du
jetzt machen kannst.

Worauf wartest du?
Geh achtsam um mit dir und den deinen,
damit ein gutes
Miteinander entsteht.

Worauf wartest du?
Versöhne dich mit
deinen Feinden, denn
Groll lässt dich nicht lachen.

Worauf wartest du?
Das Leben rennt, jeden Tag,
nimmt keine Rücksicht auf
Terminkalender,  es ist
unbestechlich.

Worauf wartest du?

©petra ulbrich – nach einer Idee einer guten Bekannten


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kann sein,

… dass ich noch ein paar mal diese Zeilen ändere. Noch ist der Textfluss nicht der, den ich mir erhofft habe.

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Feiertag

Im Ländle ist Feiertag! Dreikönigstag! Da, wo ich her komme, gab es den nicht. Da waren wir evangelisch/lutherisch. Die Betonung liegt tatsächlich auf lutherisch, denn so streng evangelisch, wie die Lutheraner, sind sonst keine. Was mich aber nicht davon abhält, heute meine Tür für die Sternsinger zu öffnen und mir den Segen fürs Haus bringen zu lassen.

CMB – lange Zeit dachte ich, dass diese Buchstaben Caspar, Melchior und Balthasar heißen – als Nichtkatholik verzeihlich, oder? Aber ganz im Vertrauen, es ist mir egal was die Buchstaben heißen – wichtig ist doch, dass das Haus unter einen göttlichen Beistand steht und den Segen bekommt, so sind doch auch die Bewohner geschützt.

Übrigens darf auch ich segnen – jeder darf das – so spreche ich den Segen:

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

… und noch einen irischen Segen:

Dass jede Gabe, die Gott dir schenkt, mit dir wachse,
und dir dazu diene, denen Freude zu schenken, die dich mögen.
Dass du immer einen Freund hast, der es wert ist, so zu heißen,
dem du vertrauen kannst, der dir hilft, wenn du traurig bist,
der mit dir gemeinsam den Stürmen des Alltags trotzt.
Und noch etwas wünsche ich dir:
Dass du in jeder Stunde der Freude
und des Schmerzes die Nähe Gottes spürst –
das ist mein Wunsch für dich, und für alle, die dich mögen.
Das ist mein Wunsch für dich – heute und alle Tage.

Möge euer Tag so werden, wie ihr es euch gedacht habt – vergesst aber dabei die anderen nicht …

Gelingendes Leben

LebenspunkteAber heute fürchte ich nichts, heute zeige ich mich freimütig, schutzlos dem Tag, mache die Demutsgebärde des angegriffenen, schwächeren Wolfs, zwinge den Übermächtigen zur Großmut und wage, mich zu freuen, weil der Morgen frisch und bitter riecht, weil der Himmel makellos ist, weil eine späte rote Rose aufgeblüht ist am schon verdorrenden Busch, weil ich den Tod nicht scheue, weil ich lebe, weil ich auf eine Art lebe, die nur ich weiß und kann, ein Leben unter Milliarden, aber das meine, das etwas sagt, was kein anderes sagen kann. Das Einmalige eines jeden Lebens. Es macht heiter, zu wissen, dass jeder Recht hat mit sich selbst. Schön ist es, älter zu werden, erlöst von sich, von der gewaltigen Anstrengung, etwas zu werden, etwas darzustellen in dieser Welt. Gelassen sich einfügen, irgendwo, wo gerade Platz ist, und überall man selbst zu sein und zugleich weiter nichts als einer von Milliarden. Dies alles, in vielen Worten gesagt, dauert zu fühlen drei, vier Atemzüge lang.

Luise Rinser