Absagen und andere Katastrophen

Man muss lernen, auf sich selbst zu warten.

Vor allem muss man überhaupt warten lernen. Unsere Verabredung für heute hat kurzerhand beschlossen erst später zu kommen. Ihr ginge es nicht gut und sie müsse sich erst einmal ausruhen. Ich habe auf die Tube gedrückt, dass die Junioren rechtzeitig gebadet und angezogen sind, habe mir ihr motzen und Gemecker angehört und mein schlechtes Gewissen deswegen damit beruhigt, indem ich mir, wie ein Mantra aufsage, dass es zum besten für Carsten und Wiebke ist.

Das Wetter ist schön, wir müssen raus – raus, an die frische Luft – und dann ruft die Pastorenfreundin an und verschiebt ihrerseits die Verabredung.

Mein Bauchgrummeln wird davon nicht weniger. Jetzt ist es angenehm, jetzt habe ich die Junioren so weit, dass sie bereit sind Eis essen und ein kurzes Stück spazieren gehen zu wollen. In zwei Stunden beginne ich wieder Überzeugungsarbeit zu leisten und glaubt mir – das kostet enorm viel Kraft!

Veröffentlicht von

piri ulbrich

Ich bin ganz schön viel und ganz schön wenig, ich bin Mutter, Hausfrau und Dichterin in allen Lebenslagen. Ein Kopf voller Fragen: Was denkt er gerade? Was ziehe ich heute an? Wo ist Süden? Soll ich, oder nicht? Warum habe ich in den 70er Jahren meine Haare so verunstaltet? Wie bekomme ich diesen Fleck weg? Was macht eigentlich die - ähm, wie heißt sie noch - die Dings, die... ömpf... die, die immer so schräg aussah? Was macht die Feuerwehr hier? Warum immer ich? Ist dein Blau mein Blau? Wer hat die Schokolade aufgegessen? Wieso regnet es schon wieder? Was? Wieso? Warum?

5 Gedanken zu „Absagen und andere Katastrophen“

  1. Das kann ich mir gut vorstellen. Ist ja mit „nicht besonderen“ (ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll, sorry) Kindern schon schwer genug, wenn man die einmal auf den Punkt hat und es sich dann verschiebt.

    Ich hoffe, es hat dann doch noch geklappt mit dem Eis und dem Spaziergang.

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