Behinderung, Familie, Gedanken, Junioren, Musik

Samstagmorgen

Still ist es. Noch nicht einmal Musik klingt. Vielleicht in mir. In Dur-Akkord. Moll ist genug da draußen. Ich muss dem entgegentreten. Ich muss wirklich müssen, denn wenn ich es nicht tue, versinke ich im Morast der Mutlosigkeit.

Was kann ich hören dagegen? Möglicherweise gerade Wiebkes Musik. Sie hört fröhliche Kinderlieder, Herbstlieder und dann wieder Kirche, um plötzlich mit Helene Fischer oder den Toten Hosen mitzuschmettern. Dann lacht sie, mein wunderbares Töchting.

Carsten hört im Moment keine Musik. Er macht mir sowieso Sorgen. Obwohl er fröhlich ist. Obwohl er Charmeur ist. Obwohl er Sprachwitz hat und wenn er zu Wort kommt, die Menschen verblüfft. Nur dauert alles soviel länger – je weniger er wird.

Draußen senkt sich der Nebel. Ich kann den blauen Himmel schon ahnen. Noch regt sich in den Juniorenzimmern nichts. Es ist still am Samstagmorgen!

…übrigens: ich freue mich über jeden Kommentar!

Veröffentlicht von piri

✨ In Momenten, in denen ich an mir und meiner Arbeit zweifle und meine, nichts Gutes auf die Reihe zu bekommen, denke ich manchmal daran, mir kurz das, was ich schon geschafft habe, anzuschauen. Dann geht's wieder. ✨

3 Gedanken zu „Samstagmorgen“

  1. Anna-Lena sagt:

    Es ist immer wieder traurig zu lesen, wie schwierig und sorgenvoll dein Leben doch ist, ohne Mams und mit deinen Junioren, für die du alles tust. Es kommt mir vor wie eine tägliche Gratwanderung und ich wünsche dir ganz viel Hilfe für alles und bei Allem …

    1. piri ulbrich sagt:

      Anna-Lena, du musst nicht traurig sein! Es ist eine Gratwanderung. Nicht in der Arbeit, diese tue ich gerne und schaffe es auch. Es ist die alleinige Verantwortung, das Alleinsein und kaum einen Gesprächspartner haben. Es ist auch, die Angst alleine tragen …

      1. Anna-Lena sagt:

        Das verstehe ich sehr gut, denn du trägst eine Menge auf deinen Schultern!

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