Ihre Stimme ist tiefer geworden –

aber ihr Protest ist immer noch gewaltig! 

Man merkt, dass Joan Baez in die Jahre gekommen ist – inzwischen ist sie 77 und ganz bestimmt nicht leise. Vielleicht kiekst sie hi und da und das hohe C ist nicht mehr so glockenhell, doch das stört keinen großen Geist, denn die amerikanische Sängerin ist und bleibt ein Idol. Ihr Publikum ist mit ihr gealtert, so war das Konzert im Schlosshof in Ludwigsburg bestuhlt – viel zu eng und aufstehen war unerwünscht. Die Rolliplätze waren mehr als bescheiden mit keiner Sicht auf die Bühne. Da lohnte es sich wieder einmal zu diskutieren und schlussendlich durften Carsten und Wiebke im Fluchtgang stehen, damit sie wenigstens etwas sehen konnten. 

Der Kerle ist eine Bombe, mein Sohn Carsten hat viele alte Folksongs mitgesungen, zum Leidwesen einer Dame, die vor mir saß. Ich hab ihn gezügelt und mich mit! Tanzen durfte ich nicht, singen durfte ich nicht, wippen auf dem Klappstuhl war sturzgefährdend – ich habe nicht verstanden warum ein solches Konzert im Sitzen stattfinden musste. Weil die Mehrzahl der Besucher im Rentenalter war? Warum nicht wenigstens eine Rollitribüne, wie sonst überall vorhanden?

Joan Baez war toll, sie sang fast ausschließlich alte Lieder von anderen. Covern kann sie, das muss man ihr lassen. Manche Songs sind bei ihr besser, als im Original. Sie singt auch auf Deutsch: Der Mond ist aufgegangen und Bettina Wegners: Sind so kleine Hände. Nicht viel neues, fast nichts von ihrer aktuellen CD, bekanntes, altbewährtes. Dabei bezieht sie trotzdem eindeutige politische Position. Ich hätte mir gewünscht, sie wäre noch deutlicher geworden …

Ihr Sohn Gabriel Harris hat Percusion gespielt und ein Solo hingelegt, bei dem ich gerne getanzt hätte – wunderbar. Mir hat es in den Fingern gejuckt – wir haben ja ein Schlagzeug daheim, ich werde heimlich üben und nie an die Perfektion heranreichen.

Es war ein wundervoller Abend, zum Schluss mit vierhundertzweiundzwanzig Tröpfchen, die schon vor dem Aufprall auf dem Boden verglüht waren. Um halb elf waren es noch 31 Grad …

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Server-, WordPress- beziehungsweise Hosterprobleme  habe ich immer noch, Bilder sind nicht hochzuladen, aber darum sollen sich andere kümmern, ich trinke noch ein Bier und verschwinde dann ins Bett. Gute Nacht, schlaft gut und träumt süß von sauren Gurken!

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8 Kommentare

  1. Das finde ich auch, dass sie manches besser singt als das Original! Vor allem bei Bob Dylan ist mir das – kein Wunder – aufgefallen!

  2. „Träumt süß von sauren Gurken“ das habe ich 50 Jahre lang nicht mehr gehört, wie schön! Das hat meine Großmutter immer gesagt.

  3. Das freut mich, dass auch wenn du sitzen bleiben musstest, ihr einen wundervollen Abend hattet.

  4. Ich habe sie vor 35 Jahren in Münster gehört und gesehen und war tief beeindruckt.

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