Jetzt muss ich ins Bett gehen, sonst bin ich heute zu nichts zu gebrauchen.

Es gibt Menschen, die möchte ich so lange schütteln, bis sie aus ihrem Traumschlaf aufwachen, dass sie wieder in der Realität landen.

Es gibt nicht nur schwarzweiß auf der Welt, es gibt nicht nur gut oder böse, dazwischen liegen wundervolle Farben. Rosa Schäfchenwolken zum Beispiel oder eine Blume, die am Gehsteigrand blüht. Die Wolken verzaubern, aber auch das Blümchen, das vergissmeinnichtblau sich durch den Asphalt quält, kann ein leises Lächeln hervorrufen. Wenn gleich nebenan der Dreckkübel steht, der bestialisch stinkt, so sehe ich beides – die Blume und den Eimer. Ich bücke mich und klaube das Bonbonpapier, das der kleinen Pflanze das Licht nimmt und schmeiße dieses in den Kübel.

Es gibt grau, hellgrau, dunkelgrau, silbergrau, anthrazit und fast schwarz – und wer sagt, dass schwarz schlecht ist? Ist es nicht so, dass alle Farben ihre Berechtigung haben? So haben doch alle Menschen das Recht zu leben. Ich bin davon überzeugt, dass sogar Mörder und Diktatoren nett sein können und es eigentlich auch wollen, weil sie sich damit bestimmt besser fühlen. Sie können es nur nicht. Woran es liegt, dass sie es nicht können, weiß ich nicht. Ich kann auch nicht darüber spekulieren, dazu weiß ich davon zu wenig! Aber auch die heiligsten Menschen haben ihre Schattenseite, denn so wie keiner immer böse sein kann, so kann niemand immer gut sein. Vielleicht sind die guten Leute weniger böse, wenn sie böse sind – aber da drängt sich mir schon wieder die Frage auf: Was ist böse? Was ist gut?

Man darf keinen Menschen umbringen, aber jemanden leiden sehen, jemanden, der sich sehnlich wünscht zu sterben, den darf man auch nicht helfen!? Ist das human?

Oder, wenn ich Blumen verschenke, dann sind sie irgendwann einmal von mir oder anderen aus der Erde gerissen worden, ist das gut? Die Blume hätte weiter existieren und sogar Früchte tragen können …

Oder, eine schwangere Frau erkennt, dass ihr Kind, das sie in sich trägt, behindert auf die Welt kommt. Darf sie es abtreiben?

Oder, jemand hat dich gekränkt, dir etwas gesagt, das die weh tat. Ist dieser Mensch dann per se jemand, der andere nicht würdigt und deren Meinung mit Füßen tritt?

Genau wie es weiß gibt, gibt es cremeweiß, schlohweiß, hellgrau, wollweiß und noch ganz viele andere Schattierungen. Stellt euch einmal vor, wir hätten alle die gleichen Wertevorstellungen und die gleiche Art uns anzuziehen. Es gäbe einen Einheitsbrei, alle wären gleich, gleich groß, gleich dick, gleich angezogen und hätten die gleiche Meinung. Das wäre doch langweilig, wir bräuchten nicht mehr miteinander sprechen, weil wir schon wüssten, was der andere sagen wollte. Wir könnten uns nicht mehr aufregen und nicht mehr versöhnen.

Wollt ihr das haben?

Wacht auf, aus eurem Traumschlaf und fangt an zu leben!

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