Es ist, als ob sämtliche Schleusen geöffnet wurden. Ich weine, ich kann gar nicht mehr aufhören zu weinen. Glückwünsche aus der Familie sind keine gekommen – ich hatte es auch nicht erwartet. Meine Mutter hat angerufen. Aber nur (und das weiß ich genau) weil ihre Freundin bei ihr übernachtet und diese sie erinnert hat. Wortgeplänkel! Ich hätte gerne drauf verzichtet!

Bin ich jetzt ungerecht? Wahrscheinlich. Es ist mir auch egal.

Ich glaube, ich fange jetzt erst an zu trauern. So weh, so körperlich weh, hat mir noch keine Emotion weh getan. Alles schmerzt. Nicht nur das Herz, das ganz besonders. Meine Beine wackeln seit Tagen. Sie tragen mich, ja, aber innerlich sacken sie ab und im Bett wollen sie weg, rennen, davonlaufen. Äußere und innere Unruhe, meine Uhr bleibt stehen und die Zeit fliegt im Schneckentempo. Paradoxum! Nie war ich Alice näher, nie dem Schneehasen weiter entfernt. Wasserfälle an Tränen rinnen den Berg hinauf. Die Sonne steht im Norden und der Mond versinkt im Trauermeer.

So allein unter all den Menschen! So geborgen in der Finsternis, die heller erleuchtet als der Himmel ist. Klein und doch ganz groß im Mauseloch. Ein Swimmingpool aus Glanz und Farben, tausend schillernde Seifenblasen. Hans, wo bist du?

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